Augenstern

Augenstern von Harry Mulisch
Augenstern von Harry Mulisch

Italien kurz nach dem Krieg. An einer Tankstelle hält ein Rolls-Royce. Der Tankwart, ein junger Niederländer, macht die alte Dame artig darauf aufmerksam, daß er jedes Wort der auf Holländisch geführten Unterhaltung verstehe. Beeindruckt lädt die alte Dame ihn ein, sie nach Capri zu begleiten. Doch das stilvolle Luxusleben im Palazzo findet für den Nachwuchs-Dandy und Möchtegern-Schriftsteller ein jähes Ende.

In „Augenstern“, das mit Witz, Leichtigkeit und Klugheit die Tücken des Erwachsenwerdens schildert, zeigt sich Harry Mulisch ganz von seiner heiteren Seite.

Nachdem ich mit „Das Attentat“ bisher ja eher schweren Stoff von Harry Mulisch gelesen habe, war ich von „Augenstern“ wirklich überrascht. Das Buch ist mindestens so gut wie „Das Attentat“ und gleichzeitig so heiter und spielerisch, daß es wirklich Spaß macht. Zudem ist das Bändchen auch noch so schmal, daß man es leicht in einem Rutsch durchlesen kann.

Nachdem ich in den letzten Wochen und Monaten relativ viele Romane aus Lateinamerika gelesen habe, in denen man oft einen „magischen Realismus“ findet, war es wirklich amüsant, auch in diesem Buch eine Art von magischem Realismus zu entdecken … und das bei einem Niederländer! Das trägt aber noch zu dem Zauber der Geschichte bei, in der sich das Staunen über eine neue Lebensweise mit dem Wunder des Erwachsenwerdens verbindet.

Harry Mulisch … wirklich immer wieder gut!