Onkel Toms Hütte

Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Der farbige Sklave Tom und seine Familie führen ein rechtloses Leben auf einer Farm im Süden der Vereinigten Staaten. Und trotzdem geht es ihnen noch besser als vielen ihrer Leidensgenossen. Denn der Farmer Mr Shelby ist ein guter Herr, der sich um seine Arbeiter kümmert und für sie sorgt.

Doch dann gerät er in finanzielle Schwierigkeiten und ist gezwungen, Tom zu verkaufen. Toms Familie wird auseinander gerissen, und für ihn selbst beginnt ein Leidensweg, der in zu verschiedenen Besitzern führt.

Harriet Beecher-Stowes spannender und aufrüttelnder Roman ist ein inzwischen klassisches Plädoyer gegen den Sklavenhandel, das weltweit große Beachtung fand und wesentlich zur Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten beigetragen hat.

Wenn man sich mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung ein wenig beschäftigt, kann man schnell nachvollziehen, daß „Onkel Tom“ von Malcom X und den Mitgliedern der „Black Panther“-Bewegung als Schimpfwort verwendet wird. Denn Harriet Beecher-Stowes Titelheld ist wirklich gar zu duldsam und unterwürfig. Was aber vor allem damit zu tun hat, daß er ein Christ ist und als solcher duldsam und demütig ist. Und Christ ist er, weil Beecher-Stowe selbst stark gläubig war.

Trotzdem ist es natürlich unbestritten, daß „Onkel Toms Hütte“ ein Buch ist, das sehr viel im Bewußtsein der weißen Amerikaner (und vielleicht sogar im Bewußtsein aller Weißer) verändert hat. Zum ersten Mal legt hier eine kleine, mutige Frau den Finger in die Wunde der Sklaverei. Und zwar einfach, indem sie eine spannende Geschichte erzählt, in der die schwarzen Sklaven, genau wie ihre weißen Herren als Menschen portraitiert werden. Für uns heute selbstverständlich, damals ein absoluter Tabubruch. Denn viele Weiße waren genau der Meinung, die ja auch im Buch mehrfach geäußert wird, daß Schwarze keine echten Menschen mit echten Gefühlen sind, daß sie stattdessen unselbständig sind, angeleitet und versorgt werden müssen, ja daß man ihnen mit der Sklaverei sogar einen Gefallen tut.

Und dann sieht man in diesem Buch das erste Mal Schwarze leiden, sich heldenmütig benehmen, ja sogar sich im christlichen Sinne aufopfern für ihre Mitmenschen (Weiße wie Schwarze). Zum ersten Mal konnten so weiße Amerikaner mit dem Schicksal der Schwarzen MITleiden, mit ihnen mitfiebern, und ihnen einen guten Ausgang wünschen. Wohl auch ein erster Schritt hin zum Verbot der Sklaverei. Und damit zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA.

Es ist nicht verbürgt, daß Abraham Lincoln tatsächlich zu Beecher-Stowe „Sie sind also die kleine Frau, die diesen großen Krieg verursacht hat“ gesagt hat. Aber es ist durchaus wahrscheinlich. Und durchaus wahr. In diesem Bewußtsein sollte man dieses Buch unbedingt auch seinen Kindern vorlesen.

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