Die Millionen eines Gehetzten

Die Millionen eines Gehetzten von Jean-Pierre Melville
Die Millionen eines Gehetzten von Jean-Pierre Melville

Ein polizeilich gesuchter Bankier flieht von Paris in die USA, wo er sein Privatvermögen in Banksafes deponiert hat. Ein erfolgloser junger Boxer begleitet ihn als Sekretär. Als sie in New York nicht mehr bleiben können, flieht das ungleiche Paar mit dem Auto nach New Orleans. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Vater-Sohn-Beziehung, die gleichzeitig ein permanenter Kampf um die Anerkennung des Anderen ist. Beide sind Getriebene, besessen von der Gier nach Macht und Geld, die stetig einen Keil zwischen sie treibt …

„Die Millionen eines Gehetzten“ ist wieder so ein Film wo ich extrem zwiegespalten bin. Er hat tolle Ansätze, das Spiel der beiden Protagonisten Charles Vanel (als Bankier) und Jean-Paul Belmondo (als sein Privatsekretär) ist ungeheuer subtil und vielschichtig. Ihre Unterhaltungen sind faszinierend, ihr Verhältnis zueinander verändert sich ständig, es herrscht immer eine unterschwellige Spannung, die eine düstere Explosion verspricht.

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Augenstern

Augenstern von Harry Mulisch
Augenstern von Harry Mulisch

Italien kurz nach dem Krieg. An einer Tankstelle hält ein Rolls-Royce. Der Tankwart, ein junger Niederländer, macht die alte Dame artig darauf aufmerksam, daß er jedes Wort der auf Holländisch geführten Unterhaltung verstehe. Beeindruckt lädt die alte Dame ihn ein, sie nach Capri zu begleiten. Doch das stilvolle Luxusleben im Palazzo findet für den Nachwuchs-Dandy und Möchtegern-Schriftsteller ein jähes Ende.

In „Augenstern“, das mit Witz, Leichtigkeit und Klugheit die Tücken des Erwachsenwerdens schildert, zeigt sich Harry Mulisch ganz von seiner heiteren Seite.

Nachdem ich mit „Das Attentat“ bisher ja eher schweren Stoff von Harry Mulisch gelesen habe, war ich von „Augenstern“ wirklich überrascht. Das Buch ist mindestens so gut wie „Das Attentat“ und gleichzeitig so heiter und spielerisch, daß es wirklich Spaß macht. Zudem ist das Bändchen auch noch so schmal, daß man es leicht in einem Rutsch durchlesen kann.

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Onkel Toms Hütte

Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe
Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Der farbige Sklave Tom und seine Familie führen ein rechtloses Leben auf einer Farm im Süden der Vereinigten Staaten. Und trotzdem geht es ihnen noch besser als vielen ihrer Leidensgenossen. Denn der Farmer Mr Shelby ist ein guter Herr, der sich um seine Arbeiter kümmert und für sie sorgt.

Doch dann gerät er in finanzielle Schwierigkeiten und ist gezwungen, Tom zu verkaufen. Toms Familie wird auseinander gerissen, und für ihn selbst beginnt ein Leidensweg, der in zu verschiedenen Besitzern führt.

Harriet Beecher-Stowes spannender und aufrüttelnder Roman ist ein inzwischen klassisches Plädoyer gegen den Sklavenhandel, das weltweit große Beachtung fand und wesentlich zur Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten beigetragen hat.

Wenn man sich mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung ein wenig beschäftigt, kann man schnell nachvollziehen, daß „Onkel Tom“ von Malcom X und den Mitgliedern der „Black Panther“-Bewegung als Schimpfwort verwendet wird. Denn Harriet Beecher-Stowes Titelheld ist wirklich gar zu duldsam und unterwürfig. Was aber vor allem damit zu tun hat, daß er ein Christ ist und als solcher duldsam und demütig ist. Und Christ ist er, weil Beecher-Stowe selbst stark gläubig war.

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Der gegrillte Mann

Der gegrillte Mann herausgegeben von Betty Mindlin
Der gegrillte Mann herausgegeben von Betty Mindlin

Vogelfrauen, Schlangenmänner, fliegende Köpfe, Riesenpenisse und gefräßige Vaginen bevölkern die Mythenwelt der brasilianischen Amazonas-Indianer. Der Kampf der Geschlechter wird mitunter mit drastischen Mitteln ausgefochten, und so mancher Galan endet auf dem Grill. Doch neben schwarzem Humor und dem Vergnügen am Schrecken dominiert die Hingebungsfreude, die Lust an der Lust, die sich frei von urbaner Scheu offenbart. Diese Geschichten mit ihrer großen literarischen Kraft entführen uns in eine fremdartige, schillernde, verzauberte Welt, doch die Themen – Liebe, Verführung, Eifersucht, Schmerz – sind universell.

Betty Mindlin hat die vorliegenden Erzählungen während ihrer langen Aufenthalte bei den Amazonas-Indianern gesammelt. Sie erschließen erstmals eine unbekannte Literatur, die vom Untergang bedroht ist.

„Der gegrillte Mann“ ist eine Sammlung von Mythen von sechs verschiedenen Indianerstämmer aus der Amazonasregion. Anders als der Untertitel es impliziert, sind diese Märchen und Erzählungen allerdings keineswegs erotisch, tatsächlich dreht es sich höchstens in der Hälfte der Geschichten überhaupt um Sex. Alle anderen handeln zum großen Teil vom gesellschaftlichen Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Aber vermutlich verkauft sich ein Buch mit Erotik im Untertitel einfach besser.

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