Sirene in blond

Sirene in blond von Frank Tashlin
Sirene in blond von Frank Tashlin

Um seine Karriere in einer Werbeagentur zu retten, will Rockwell Hunter das Sexsymbol Rita Marlowe für eine Lippenstift-Kampagne gewinnen. Im Gegenzug soll Rockwell in der Öffentlichkeit ihren neuen Liebhaber spielen. Darüber ist allerdings seine Verlobte Jenny nicht besonders glücklich …

„Sirene in blond“ klingt wie eines dieser albernen kleinen Schmonzettchen. Und der Film ist es auch über weite Strecken. Aber mit voller Absicht und das wird von vornherein klar. Allein schon die Werbestrecke zu Beginn macht deutlich, daß wir es mit einer Satire zu tun haben und zwar mit einer bitterbösen.

Hier wird einfach alles durch den Kakao gezogen: Die Werbebranche, die Sensationspresse, männliche wie weibliche Filmstars, schleimende Angestellte, Fans … alles. Gerade die Sache mit den Fans hat mich sehr amüsiert. Da meint man immer, daß kreischende Mädchen und hysterische Ausbrüche beim Anblick eines Stars ein Phänomen unserer Zeit wären. Weit gefehlt, wie man hier sehen kann!

Alles in allem ein wirklich unterhaltsamer Film, dem man sein Alter allerdings schon deutlich ansieht. Der Humor war damals einfach ein wenig … anders. Aber für einen Regentag zwischendurch mal, sehr nett.

Die Zeit der Sternschnuppen

Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren
Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Der Himmel kennt viele Geheimnisse: die wahre Liebesgeschichte von Sonne und Mond, das Rätsel um das Kreuz des Südens oder die mutige Mission einer Sternschnuppe … Sergio Bambaren, der Millionen Leser mit seinen Büchern berührt, erzählt in diesem stimmungsvoll illustrierten Buch, wie eine Nacht im Himalaya sein Leben veränderte – und lehrt uns, an Wunder zu glauben.

„Die Zeit der Sternschnuppen“ ist also eines der Bücher, mit denen Sergio Bambaren Millionen von Leser berührt. Das müssen ganz schön schlichte Gemüter sein, aber ehrlich mal!

Was Bambaren da verzapft ist ein krudes Gemisch aus Möchtegernmärchen und Platitüden, gemischt mit ein paar „Lebensweisheiten“, die es eigentlich nicht wert sind, so genannt zu werden. Im Grunde sind es nämlich nicht weiter als etwas netter formulierte Bauernweisheiten oder die schlauen Sprüche, die man sich von Mutter und Oma anhören muß (und die einen ordentlich ankotzen).

Ich denke, Bambaren versucht irgendwie auf der Paolo Coelho Welle zu reiten (als Surfer weiß er ja, wie man das tut). Dazu mischt er noch ein wenig Antoine de Saint-Exupéry, verpackt das ganze in putzige kleine Märchen, die man mal schnell zwischendurch lesen kann.

Definitiv ein Autor, von dem ich nur abraten kann.

Huckleberry Finn

Huckleberry Finn von Mark Twain
Huckleberry Finn von Mark Twain

Früher führte Huckleberry Finn ein unbeschwertes Leben. Doch seit er mit seinem Freund Tom Sawyer einen Schatz gefunden hat, ist es damit vorbei. Denn nun taucht sein Vater auf, ein Landstreicher, der sich bisher wenig um Huck gekümmert hat. Jetzt aber versucht er, in den Besitz des Geldes zu gelangen. Für Huck gibt es nur eine Lösung: Er reißt aus. Auf seiner Flucht trifft er den entflohenen Sklaven Jim und gemeinsam brechen beide zu einer abenteuerlichen Floßfahrt auf, den Mississippi hinunter.

„Huckleberry Finn“ ist eines der wichtigsten Bücher des amerikanischen Bestseller-Autors Mark Twain und für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen spannend und lesenswert. Ein internationaler Klassiker und ein Glücksfall für die Weltliteratur!

„Huckleberry Finn“ ist tatsächlich nicht nur eines der wichtigsten Bücher von Mark Twain, sondern ein sehr wichtiges Buch für die amerikanische Literatur und die westliche Literatur allgemein. Denn es ist eines der ersten Bücher, die in Umgangssprache geschrieben sind. Dieser Schritt von einer hohen (und damit auch künstlichen) Schriftsprache zu einem Erzählen einfach so, wie das Volk eben spricht und handelt, ist so gewaltig und auch so gewagt, daß man Twain eigentlich gar nicht genug dankbar sein kann. Dabei ist es für uns heutige Leser eigentlich nicht mehr so recht nachzuvollziehen, teilweise bemerken wir den Unterschied gar nicht, da wir dieses Erzählen ja aus vielen modernen Romanen gewohnt ist.

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Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt

Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong
Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Ein Paar läßt sich scheiden …

Vu Sinh, Militärkommandant, liebt eine junge Schauspielerin, auch seine Frau Luu fühlt sich zu einem anderen hingezogen.

Doch die Partei macht die Scheidung rückgängig …

„Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ ist vor allem eines nicht: eine Liebesgeschichte. Es geht darin nämlich nur bedingt um Liebe, sondern vielmehr um gesellschaftliche Zwänge. Daß Vu Sinh und Luu überhaupt erst heiraten, passiert nur, um ihre Kameraden nicht zu enttäuschen und/oder lächerlich zu machen, die eine Liebesgeschichte zwischen den beiden vermuten. Auch die Anfechtung der Scheidung unternimmt Luu nur, weil ihre Vorgesetzte sie dazu drängt und sie ihr nicht sagen will, daß sie längst mit einem anderen glücklich ist. Wieder nicht, weil sie sich schämt, sondern um die Frau, mit der sie befreundet ist und die sich so sehr um sie kümmert und für sie einsetzt, nicht vor den Kopf zu stoßen.

Dies alles wird in einem sehr nüchternen, fast schon protokollarischen Stil erzählt, der erst gar keine Romantik aufkommen läßt. Tatsächlich ist das Poetischste an diesem Buch wohl der Titel. Muß man nicht gelesen haben.