Archiv für Juli, 2017

Belle de jour

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Juli 2017 by lady8jane
Belle de jour von Luis Buñuel

Belle de jour von Luis Buñuel

Séverine, die sehr zurückhaltende Frau von Pierre, wird von masochistischen Phantasien heimgesucht, die ihre sexuelle Frustration erkennen lassen. Von Neugier getrieben besucht sie heimlich ein Bordell und wird zur „Belle de Jour“, das dritte Mädchen in Madame Anaïs‘ diskretem Etablissement. Durch die Befriedigung der Wünsche ihrer Klienten scheint sie ihren inneren Frieden gefunden zu haben bis Marcel, ein regelmäßiger Besucher des Bordells, Séverine ganz für sich allein haben will …

Vielleicht braucht man einen Spanier, um einen guten französischen Film zu machen … Denn „Belle de jour“ von Luis Buñuel ist genau das, was man von einem intelligenten, anspruchsvollen, französischen Film erwartet. Er zeichnet seine Charaktere mit leichter Hand und doch sehr tief. Er provoziert (unter anderem mit den masochistischen Phantasien Séverines) und konfrontiert den Zuschauer mit seinen eigenen Wünschen.

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Verirrte Seelen

Posted in Alexandria with tags , on 21. Juli 2017 by lady8jane
Verirrte Seelen von João Aguiar

Verirrte Seelen von João Aguiar

Der eine, Zé da Pinta, wäre so gerne Herr der Wolken. Der andere, Goncalo Nuno, ist froh, daß er endlich – im hohen Rentenalter – Herr über sich selbst ist. Keiner von beiden – weder der wissensdurstige Alte noch der spintisierende Junge – hätte je daran geglaubt, eines Tages Werwölfe zu orten, verwunschene Maurinnen zu befreien und anderen verirrten Seelen den Weg zu weisen.

Die Klagen von Henan von Antonio Gómez Rufo

Eine Buchreihe mit ...

Wieder einmal trifft es der Klappentext nicht ganz. Denn Goncalo Nuno versucht verzweifelt frei zu bleiben, obwohl seine Söhne ihn gerne in ein Altenheim stecken würden, und Zé da Pinta erfährt erst von dem alten Herren, daß es Geschichten über Gewitterlinge, die Herren der Gewitter(-wolken), gibt. „Verirrte Seelen“ ist vor allem eine Geschichte über zwei Außenseiter, die mit der Gesellschaft nicht (mehr) zurechtkommen und sich deshalb zusammen tun.

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Black Beauty

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. Juli 2017 by lady8jane
Black Beauty von Anna Sewell

Black Beauty von Anna Sewell

Das Hengstfohlen Black Beauty wächst auf einer grünen Weide heran, liebevoll umsorgt von seiner Mutter. Doch dann muß der tierliebe und verständnisvolle Besitzer den jungen Hengst verkaufen und damit beginnt eine Zeit voller Entbehrungen. Denn nun erfährt Black Beauty am eigenen Leibe, wie sehr Pferde unter der Unwissenheit und Gedankenlosigkeit, dem Egoismus und der Gewinnsucht der Menschen leiden.

Anna Sewell hat Black Beautys Geschichte vor über 100 Jahren erzählt und damit die erste moderne Pferdegeschichte verfaßt. Ihr leidenschaftlicher Appell für eine tiergerechte, sanfte Pferdehaltung hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Man merkt „Black Beauty“ deutlich an, daß Anna Sewell damit eigentlich eine Art Lehrbuch zur tiergerechten Pferdehaltung schreiben wollte. Sie beschreibt die Pflege der Pferde oder eben auch die Mißhandlungen oder schlichte Unachtsamkeiten in so viel Details, daß es der Geschichte einfach nur abträglich ist.

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Chronik eines angekündigten Todes

Posted in Alexandria with tags , on 7. Juli 2017 by lady8jane
Chronik eines angekündigten Todes von Gabriel García Márquez

Chronik eines angekündigten Todes von Gabriel García Márquez

Ein Mädchen wird in der Hochzeitsnacht nach Hause geschickt, weil es nicht mehr unberührt war. Seine Brüder beschließen den angeblichen Verführer zu töten. Ein Dorf sieht zu.

So kurz der Klappentext zu „Chronik eines angekündigten Todes“ auch ist, er verrät doch zu viel. Gabriel García Márquez hat seine Erzählung nämlich ungeheuer raffiniert konstruiert. Zunächst erfährt der Leser nämlich nur, daß Santiago Nasar getötet werden soll, nicht warum und auch nicht von wem. Stattdessen folgt man ihn, wie er seinen Tag beginnt.

Nach und nach erst erfährt man die Hintergründe, die der Erzähler nach einigen Jahrzehnten noch einmal zu rekonstruieren versucht. Insofern ist die Geschichte immer wieder durch Zitate der Augenzeugen angereichert, in denen sie ihre Meinungen und Beobachtungen frei von der Leber weg erzählen.

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