Himmelsbegräbnis

Himmelsbegräbnis von Xinran

Himmelsbegräbnis von Xinran

Nur einhundert Tage war Shu Wen mit dem Soldaten verheiratet, der in Tibet auf geheimnisvolle Weise sein Leben verlor. Sie kann und will nicht glauben, daß ihre Liebe nun zu Ende sein soll. Trotz aller Gefahren geht Shu Wen nach Tibet. Dreißig Jahre währt ihre Suche nach dem wahren Schicksal ihres Geliebten …

„Himmelsbegräbnis“ verspricht uns laut Untertitel „Die Geschichte einer großen Liebe“ oder sogar „Eine der schönsten Liebesgeschichten, die je erzählt wurden“. Da werden hohe Erwartungen geweckt … und leider enttäuscht.

Da bekommt diese Shu Wen also vom Militärkommando die Nachricht, daß ihr Mann verstorben ist und glaubt das nicht. Gut, in den Wirren der damaligen Zeit kann man das nachvollziehen (zumal man ja gerne leugnet was man nicht glauben will). Daß sie sich daraufhin selbst zum Militärdienst meldet, ist so mutig wie folgerichtig. Bis dahin also alles bestens.

Als sie dann aber endlich in Tibet angekommen ist, und es sogar geschafft hat von ihrer Truppe wegzukommen, wird das ganze ein wenig seltsam. Zusammen mit einer tibetischen Adeligen kommt sie bei Nomaden unter. Und dort bleibt die gute Wen … jahrelang … jahrzehntelang. Warum? Klar, am Anfang kann sie die Sprache nicht. Später aber schon. Selbst daß ihre neue tibetische Freundin, die ihr am Anfang ungeheuer geholfen und ihr sogar das Leben gerettet hat, entführt wird, bewegt sie nicht zum Handeln. Die Entführte suchen oder gar eine Rettung versuchen? Fehlanzeige! Wie arm ist das denn?

Gott sei Dank ist das Buch sehr ansprechend geschrieben, so daß man sich beim Lesen nicht auch noch quälen muß. Außerdem sind die hier geschilderten Bräuche der tibetanischen Nomaden eine interessante Ergänzung zu Heinrich Harrers „Sieben Jahre in Tibet“. Harrer hat ja vor allem in der Hauptstadt Lhasa gelebt, und hatte da fast ausschließlich Kontakt zu Adeligen und Mönchen. Auch die (recht naive und völlig uninformierte) chinesische Sicht auf die Tibetsituation zu hören war nicht uninteressant. Trotzdem kann ich das Buch eigentlich nicht weiterempfehlen.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: