Leben!

Leben! von Zhang Yimou

Leben! von Zhang Yimou

Fugui und Jiazhen überstehen turbulente Ereignisse in China, wobei sie von reichen Landbesitzern zum einfachen Landvolk absteigen. Der Spielsucht verfallen, verliert Fugui alles. In den folgenden Jahren wird er sowohl in die nationale als auch die kommunistische Armee gezwungen, während Jiazhen niedere Dienste verrichten muß. Sie gründen eine Familie und schaffen es, von den 40er bis in die 70er Jahre zu überleben …

Von Zhang Yimou kannte ich bisher nur die oppulenten Martial Arts Streifen „Hero“ und „House of Flying Daggers“, die beide ziemlich gut sind. „Leben!“ ist da ganz anders. Und trotzdem nicht weniger gut. Zhang Yimou scheint einfach ein Händchen für ausgezeichnete Filme zu haben.

Denn er schafft es hier, die chinesische Geschichte von den 1940ern bis zu den 1970ern zu erzählen, ohne dabei offensichtlich Position zu beziehen und ohne in Pathos zu verfallen. Stattdessen ist „Leben!“ ein sehr stiller und besinnlicher Film geworden, der sich auf die Existenz einer einzigen Familie bezieht. Deren Glück und Leiden an und durch die chinesische Geschichte, ist ungeheuer anrührend.

Der Film wurde von der chinesischen Führung nicht zur Vorführung freigegeben. Was zum einen verständlich ist, denn das Unglück, das über die Familie kommt, geschieht immer durch die kommunistische Partei oder kommunistische Funktionäre. Andererseits sind viele der kommunistischen Funktionäre ungeheuer menschlich gezeichnet. Es sind ganz wunderbare und hilfsbereite Menschen. Zhang Yimou wurde aus dem Westen für letzteres kritisiert. Was ich so gar nicht nachvollziehen kann, denn nur so läßt sich ein ambivalentes, ein vielleicht sogar ein wenig realistisches Bild der Geschichte vermitteln.

„Leben!“ kann ich jedem nur empfehlen, der ruhige und charakterstarke Filme zu schätzen weiß.

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