Die Ballade von Johnny Sosa

Die Ballade von Johnny Sosa von Mario Delgado Aparaín

Die Ballade von Johnny Sosa von Mario Delgado Aparaín

„Die Ballade von Johnny Sosa“ ist ein großes kleines Buch über den Traum vom Ruhm, über die Menschenwürde, den Blues und die Schwierigkeit, im richtigen Moment nein zu sagen.

Endlich einmal ein Klappentext, der genau ins Schwarze trifft! Dieses raffinierte kleine Buch (tatsächlich nicht viel länger als eine Ballade) macht einfach nur Spaß. Mario Delgado Aparaíns trockener Humor, gepaart mit seinen farbigen Beschreibungen und Johnny Sosas herrlichem Englisch … großartig!

Dabei ist das Thema eigentlich so ernst wie es ernster nicht geht. Die Diktatur in Uruguay war wohl eine der grausamsten des lateinamerikanischen Kontinents, das Land als „Folterkammer Südamerikas“ bekannt.

Johnny Sosa aber begreift diese Zusammenhänge nicht, er bemerkt nur daß sich etwas ändert, weil die Radiosendung über den amerikanischen Bluessänger Lou Brakley, die er in täglicher Fortsetzung hört, plötzlich nicht mehr ausgestrahlt wird. Stattdessen erhält er ein großartiges Angebot: Er soll Boleros für die Machthaber singen und bekommt dafür nicht nur Gesangsunterricht sondern auch ein nagelneues Gebiß. Eigentlich sollte alles wunderbar sein, but Johnny Sosa’s got the blues …

Ich will das Ende nicht verraten, „Die Ballade von Johnny Sosa“ ist kurz und unterhaltsam genug, um es selbst zu lesen. Eines aber sei gesagt: Es ist schade, daß es nicht mehr so positive und gut ausgehende Bücher aus Lateinamerika gibt!

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