Mein Franz von Assisi

Mein Franz von Assisi von Nikos Kazantzakis

Mein Franz von Assisi von Nikos Kazantzakis

„Alexis Sorbas“ hat mich begeistert, insofern war ich auf „Mein Franz von Assisi“ sehr gespannt:

Nikos Kazantzakis (1883-1957) gehört zu den großen griechischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein „Alexis Sorbas“ begründete seinen Weltruhm.

„Mein Franz von Assisi“ bezeichnete Kazantzakis als „ein kämpferisches Werk, das den christlichen Mythos in eine ‚unsichtbare Gegenwart‘ trägt. Als ich in die engen Gassen von Assisi einbog, fühlte ich eine unsagbare Seligkeit in mir.“

Es ist keine wirkliche Biographie, die Nikos Kazantzakis hier über Franz von Assisi schreibt. Vielmehr ist es eine freie Nacherzählung, bei der einiges weggelassen und einiges hinzuerfunden wurde.

Kazantzakis gibt dem Heiligen einen Begleiter an die Seite, Frate Leone, einen Faulpelz und Schelm. Aus dessen Sicht wird die Geschichte erzählt, und er ist es auch, der Franziskus auf allen seinen Lebensstationen begleitet (obwohl seine Biographen das ja anders überliefern). Ein kluger Schritt, denn Frate Leone wird so zum Auge des Lesers, der genausowenig wie der brave Bettelbruder die Radikalität von Francescos Glauben begreifen kann. Alles was ihm bleibt ist der Versuch, dem Heiligen nachzufolgen.

Was Kazantzakis ungeheuer beeindruckend gelingt, ist die Kompromißlosigkeit von Franziskus Lehren darzustellen. Eine Kompromißlosigkeit, die den Heiligen schon zu Lebzeiten scheitern läßt beim Versuch, einen Orden nach seinen Grundsätzen aufzubauen. Alles was ihm also bleibt ist die Urgewalt seines Glaubens. Und die portraitiert des Autor ohne Kitsch und Verklärung.

Ein schweres und erschreckendes Buch, dessen Lektüre sich aber (nicht nur für Christen) lohnt.

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