Bufo und Spallanzani

Bufo und Spallanzani von Rubem Fonseca

Bufo und Spallanzani von Rubem Fonseca

Gustavo Flávio, der natürlich nicht wirklich so heißt wie Gustave Flaubert, ist ein friedfertiger Mensch und ein berühmter Schriftsteller. Er hat Erfolg bei den Frauen und ein Geheimnis. Als seine Geliebte, die schöne Delfina Delamare, ermordet aufgefunden wird, ist ihr Ehemann racheglühend hinter ihm her. Flávio flüchtet sich in ein Luxushotel mitten in den Urwald. Bei feinstem Essen, inmitten spleeniger Gäste und seltsamer Gespräche – als wär es ein Zauberberg im Dschungel – geschieht noch ein Mord.

Rubem Fonseca hat quasi im Alleingang die brasilianische urbane Literatur erfunden. Kein Wunder, daß „Bufo und Spallanzani“ in der metro-Reihe des Unionsverlags erschienen ist. Wobei ich beim Lesen eher nicht auf die Idee gekommen wäre, das Buch als Krimi zu definieren. Gut, es geschehen zwei Morde und es wird auch ermittelt (der Kommissar ist übrigens eine meiner Lieblingsfiguren), aber irgendwie … hat der Roman nicht die richtige Krimi-Stimmung.

Stattdessen geht es vor allem (und auf sehr humorvolle Weise) um die Lust am Leben, die im Erzähler, dem Schriftsteller Gustavo Flávio verkörpert ist. Eigentlich reist der nämlich in den Urwald, um seine Schreibblockade zu überwinden und sich nur noch aufs Schreiben zu konzentrieren. Stattdessen beschäftigt er sich lieber mit leckerem Essen und rassigen Frauen.

Ja, in in „Bufo und Spallanzani“ geht es deftig zu. Gustavo nimmt kein Blatt vor den Mund, schon gar nicht, wenn es um Sex geht. Seine humorvolle Art sorgt aber dafür, daß der Roman niemals ins Vulgäre abgleitet, auch wenn er einige vulgäre Ausdrücke benutzt. Überhaupt hat mir der Umgang mit Sprache, die vielen Zitate und Querverweise, intellektuelle Spielereien und Scherze ungeheuer gut gefallen. Rubem Fonseca kannte ich vor diesem Buch noch nicht einmal dem Namen nach. In Zukunft werde ich aber definitiv nach seinen Romanen Ausschau halten.

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