Am Hang

Am Hang von Markus Werner

Am Hang von Markus Werner

Aus einer vielleicht nicht zufälligen Begegnung zweier Fremder entwickelt sich eine Parabel über das Leben, die Liebe, die Treue – und ein kriminalistisches Abenteuer, das am Pfingstsonntag ein ungeahntes Ende nimmt.

„Am Hang“ ist ein Buch, das mich fasziniert hat wie schon lange keines mehr. Zunächst kommt es harmlos daher, fast wie ein Kammerspiel: Zwei Männer treffen sich zufällig in einem Lokal und kommen nur deshalb ins Gespräch, weil sie am selben Tisch sitzen. Wie das oft so ist, wenn man mit einem völlig Fremden spricht, erzählen sie sich nach relativ kurzer Zeit sehr intime Dinge.

Man kann nicht umhin, dem Dialog mindestens genauso fasziniert zu folgen, wie der junge Scheidungsanwalt Clarin. Immer mehr nimmt den sein Gesprächspartner, der wesentlich ältere und schwermütige Herr Loos gefangen. So sehr, daß er schließlich darüber seine Arbeit ganz vergißt.

Der Dialog allein, die absurde Situation, wären also schon genug, um diese Buch wirklich unterhaltsam zu machen. Markus Werner schafft es aber im dritten Teil des Romans dem ganzen einen spannenden Twist zu versetzen. Die Situation dreht sich quasi ins Gegenteil und man wundert sich, wieso man das alles nicht schon viel früher gemerkt hat. Und das ist der Punkt, an dem man am liebsten noch einmal von vorne anfangen möchte.

Randbemerkung: Durch das Buch habe ich ein neues Wort in Schwizerdütsch gelernt, Bünzli.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: