Robinson Crusoe

Robinson Crusoe von Daniel Defoe

Robinson Crusoe von Daniel Defoe

Aus Abenteuerlust und den Warnungen seiner Eltern zum Trotz fährt der junge englische Kaufmannssohn Robinson Crusoe zur See.

Nach einem Schiffbruch rettet er sich auf eine unbewohnte Insel, und es gelingt ihm, sich ein neues Leben aufzubauen. Viele Jahre lebt er völlig auf sich allein gestellt, bis er eines Tages einem jungen Eingeborenen das Leben rettet.

Seit seinem ersten Erscheinen vor über 250 Jahren hat dieser Abenteuerroman von Robinson und seinem Gefährten Freitag nichts von seiner Spannung eingebüßt.

Nichts von seiner Spannung eingebüßt? Na, ich weiß ja nicht …

Ich habe „Robinson Crusoe“ schon einmal gelesen, als ich 11 oder 12 war. Und ich habe es als ziemlich öde in Erinnerung. Da ich aber dachte, das lag irgendwie am Alter und daran daß ich vieles noch nicht verstanden habe, bin ich ganz enthusiastisch an ein erneutes Lesen herangegangen.

Allerdings war ich wohl schon als Kind recht clever, denn ganz ehrlich, das Buch IST öde. Das liegt nicht unbedingt an der Handlung, die zwar von Natur aus recht statisch ist, aber doch ganz spannend hätte gestaltet werden können. Alois Th. Sonnleitner hat mit „Die Höhlenkinder“ ein ähnliches Konzept umgesetzt, und es ist ziemlich spannend geworden. Klar, Daniel Defoe ist viel älter, die Zeit war anders, aber trotzdem!

Von dem unterschwelligen Rassismus und der furchtbaren Frömmelei des Charakters einmal abgesehen (die sind nämlich wirklich der damaligen Zeit geschuldet), ist Robinson Crusoe einfach ein ganz furchtbarer Jammerlappen. Das ganze Buch über tut er nichts anderes als zu jammern und sich selbst leid zu tun. Und vor allem über Dinge, die völlig unbegründet sind. Wenn ich auf einer einsamen Insel gestrandet wäre, und nur die Bibel als Unterhaltung dabei hätte, dann würde ich mich über Langeweile beschweren oder über die Einsamkeit. Aber nicht darüber, wie achso furchtbar hilf- und wehrlos ich doch bin, wenn ich vorher Dutzende Musketen und Pulverfässer an Land geschleppt habe.

Überhaupt ergeht es Robinson Crusoe eigentlich ganz gut. Er kann viele nützliche Werkzeuge, Lebensmittel, Waffen und sogar Stoffe aus dem Wrack seines Schiffes bergen und sich so ein recht gemütliches Leben auf der Insel einrichten. Und trotzdem tut er den ganzen Tag nichts anderes als jammern, jammern, jammern.

Dazu kommen noch ganz krude Logikfehler. Zum Beispiel bemerkt er, als er einmal schwer erkrankt, daß er dabei einen Tag in seinem Kalender (den er mit Strichen für Tage, Wochen und Monate führt) verloren haben muß. Im Prinzip kein Problem, dachte ich doch beim ersten Lesen, daß er das merkt, sobald er wieder Europäer trifft und die Kalenderdaten vergleichen kann. Aber nein! Er merkt das am Jahrestag des Schiffbruchs. Und da frage ich mich doch, woher wenn nicht aus seinem Kalender, weiß er, daß dieser Jahrestag gekommen ist? Hat er das irgendwie im Urin oder was?

Echt ein doofes Buch! Da empfehle ich lieber, über das Leben des „echten“ Robinson Crusoe zu lesen, und zwar in „Selkirks Insel“.

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