Fast ein bißchen Frühling

Fast ein bißchen Frühling von Alex Capus

Fast ein bißchen Frühling von Alex Capus

Fernweh und Heimweh zugleich – die Geschichte zweier Bankräuber, die 1933 aus Wuppertal nach Indien fliehen wollten, der Liebe wegen aber nur bis Basel kamen.

„Fast ein bißchen Frühling“ ist ein sehr süßes kleines Buch, und das nicht nur weil darin ein Appenzeller Sennenhund vorkommt (die einzige Hunderasse, die ich ertragen kann). Alex Capus erzählt mit großer Sympathie die Geschichte der beiden Bankräuber, ohne ihnen dabei zu nahe zu kommen. Und trotzdem wachsen sie einem ans Herz.

Der Autor schafft es dabei sehr gut, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen, indem er Augenzeugenberichte, Interviews, Lied- und Werbetexte zitiert. Genau wie Bernardo Carvalho in „Neun Nächte“ vermischt auch Capus die Fakten des Kriminalfalls mit dem persönlichen Schicksal der fiktiven Großeltern des Erzählers. Nur daß in diesem Fall die Trennung von Fiktion und Fakten schärfer ist.

Der Nachteil dabei ist, daß man nicht so dicht an die beiden Bankräuber herankommt, die im Roman immer wieder mit ihren Zeitgenossen Bonnie und Clyde verglichen werden. Was sie motiviert, wie sie zueinander und zum Geschehen stehen, das bleibt unklar. Dabei möchte man so gerne viel mehr über sie wissen! Das macht das Buch aber nicht schlechter, eher besser.

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