Die Schlangengrube

Die Schlangengrube von Moses Isegawa
Die Schlangengrube von Moses Isegawa

Uganda Mitte der 70er Jahre. Nach seinem Studium in England kehrt der junge Bat Katanga in sein Heimatland zurück und beginnt eine Karriere in einem der Ministerien des Diktators Idi Amin. Doch sein Vorsatz, eine weiße Weste zu behalten, erweist sich schnell als illusorisch. Bat findet sich in einer wahren Schlangengrube aus Intrige und Korruption wieder …

Ich bin ein wenig zwiegespalten, was „Die Schlangengrube“ angeht. Es ist im Prinzip ein sehr interessantes Buch. Die Verhältnisse in Uganda unter Idi Amins Regime werden eindringlich und aus den verschiedensten Perspektiven geschildert. Täter und Opfer, Ausländer, Bewohner von Nord- und Süduganda, Moslems und Christen kommen ausführlich zu Wort.

Moses Isegawa erspart seinen Lesern auch nicht die grausamen Details, selbst die Leichensucher aus dem Stern-Artikel aus der Reihe „Die Geschichte des Bösen“ tauchen auf. Es werden Leute verbrannt, verstümmelt, zerstückelt und grundlos inhaftiert. Nächtliche Feuergefechte in der Hauptstadt, die so normal sind wie auf den Markt zu gehen, Korruption, Terroranschläge … nichts bleibt einem erspart.

Allerdings fehlt mir ein wenig der persönliche Bezug zu den Charakteren. Alles wird mehr oder weniger sachlich und wie in einer Reportage berichtet. Die Zeit rast dahin, die Innensicht fehlt fast völlig. Nur in einigen wenigen Momenten schafft es Isegawa tatsächlich seinen Leser auch emotional gefangen zu nehmen. Schade eigentlich.