Das Lied der Gemeinschaft

Das Lied der Gemeinschaft von Menán du Plessis
Das Lied der Gemeinschaft von Menán du Plessis

Menán du Plessis, die junge Südafrikanerin, versteht es wie nur wenige Autoren, so unabweisbar eine Stimmung, einen Ort herausfzubeschwören, wie ihr dies für Kapstadt im politisch turbulenten Frühling 1985 gelingt, indem sie uns vom Morgengrauen bis zur Dämmerung einen Tag im Leben einer zusammenwohnenden Gruppe junger Leute miterleben läßt, sie wie ihn – während Protestmärsche, Verhaftungen und Streiks stattfinden – jeder von ihnen erfährt: der junge Opernsänger Chris, dessen letzter Tag in der Heimat dies ist, die ernste Aktivistin Desiree, die psychisch gefährdete Schauspielerin Marisa, der zäh denkende Dozent André … Die Zeiten sind gewalttätig, aber bloßes Sprechen kann bereits eine Gewalttat sein, und wehe dem, der die Gabe der Stimme nicht nutzt.

Ein wenig irreführend ist der Klappentext zu „Das Lied der Gemeinschaft“ schon, denn der als erstes erwähnte Opernsänger Chris kommt, obwohl Mitglied der Hausgemeinschaft, nur am Rande des Buches vor. Gleichzeitig wird hier mit „wehe dem, der die Gabe der Stimme nicht nutzt“ im Grunde prophetisch das Motto des gesamten Romans niedergeschrieben.

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