Hana Bi

Hana Bi von Takeshi Kitano
Hana Bi von Takeshi Kitano

Polizist Nishi ist am Ende. Seine Frau ist schwer krebskrank und die gemeinsame Tochter kürzlich verstorben. Kollege Horibe wird von der Yakuza zum Krüppel geschossen; ein anderer getötet. Kredithaie fordern Geld zurück, das Nishi für teure Medikamente für seine Frau braucht. Seine Verbitterung kennt keine Grenzen. Er befreit sich von allen moralischen Zwängen und tritt an, um kompromißlos die Welt ein Stück weit wieder in Ordnung zu bringen …

Wer Takeshi Kitano nur aus „Takeshi’s Castle“ kennt, hat deutlich was verpaßt! „Hana Bi“ ist, zumindest meiner Meinung nach, sein bester Film. Und das mit weitem Abstand.

Allein schon der Kontrast aus brutaler Gewalt und ruhigen, meditativen Szenen ist sehenswert. Dazu kommt eine wirklich herzergreifende Handlung, die natürlich vor allem vom Hauptcharakter Nishi (gespielt vom Regisseur selbst), aber auch von seinen Kollegen und seiner Frau sehr subtil getragen wird. „Hana Bi“ ist dabei ein Film, der fast ohne Worte auskommt. Eine Kunst, die man im westlichen Kino (leider) fast vergessen zu haben scheint heutzutage.

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Das Lied der Gemeinschaft

Das Lied der Gemeinschaft von Menán du Plessis
Das Lied der Gemeinschaft von Menán du Plessis

Menán du Plessis, die junge Südafrikanerin, versteht es wie nur wenige Autoren, so unabweisbar eine Stimmung, einen Ort herausfzubeschwören, wie ihr dies für Kapstadt im politisch turbulenten Frühling 1985 gelingt, indem sie uns vom Morgengrauen bis zur Dämmerung einen Tag im Leben einer zusammenwohnenden Gruppe junger Leute miterleben läßt, sie wie ihn – während Protestmärsche, Verhaftungen und Streiks stattfinden – jeder von ihnen erfährt: der junge Opernsänger Chris, dessen letzter Tag in der Heimat dies ist, die ernste Aktivistin Desiree, die psychisch gefährdete Schauspielerin Marisa, der zäh denkende Dozent André … Die Zeiten sind gewalttätig, aber bloßes Sprechen kann bereits eine Gewalttat sein, und wehe dem, der die Gabe der Stimme nicht nutzt.

Ein wenig irreführend ist der Klappentext zu „Das Lied der Gemeinschaft“ schon, denn der als erstes erwähnte Opernsänger Chris kommt, obwohl Mitglied der Hausgemeinschaft, nur am Rande des Buches vor. Gleichzeitig wird hier mit „wehe dem, der die Gabe der Stimme nicht nutzt“ im Grunde prophetisch das Motto des gesamten Romans niedergeschrieben.

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Die SZ-Bibliothek – Mein Fazit

Die SZ-Bibliothek ...
Die SZ-Bibliothek …

Wow … 100 Bücher! Und ich habe sie alle gelesen und rezensiert! Seit fast drei Jahren begleitet mich die Reihe jetzt und es ist ein wirklich befriedigendes Gefühl, sie jetzt alle zusammen in meinem Gelesen-Regal stehen zu sehen. Es waren wirklich großartige Romane dabei und einige, die ich wirklich furchtbar fand. Bei manchen habe ich mich gefragt, wieso sie in die Reihe aufgenommen wurden, bei anderen habe ich mich geärgert, wie belanglos sie waren.

... einfach nur schön!
… einfach nur schön!

Gerade die Auswahl der Bücher hat mich einige Male beschäftigt. Zunächst sollten ja nur 50 Bände erscheinen, die fast allesamt von westlichen Autoren und von Männern geschrieben wurden. Bei den zweiten 50 dann scheint die SZ-Redaktion das bemerkt zu haben, denn der Frauenanteil ist deutlich gestiegen, und auch einige Autoren aus Afrika und mehr aus Südamerika wurden in die Reihe aufgenommen. Trotzdem wundert es mich doch, daß zum Beispiel Kenzaburo Oe oder Yasunari Kawabata es nicht unter die 100 Bücher der SZ-Bibliothek geschafft haben. Aber ich muß ja auch nicht alles verstehen …

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Habari gani, Afrika!

Habari gani, Afrika! herausgegeben von Gudrun Honke und Thomas Brückner
Habari gani, Afrika! herausgegeben von Gudrun Honke und Thomas Brückner

Habari gani – wie gehts? Diese Anrede fordert in Afrika dazu auf zu berichten, von Freud und Leid, von schönen und auch von schrecklichen Dingen. Das tun in dieser Anthologie Afrikas Schriftsteller und Schriftstellerinnen, alte und junge, bekannte und weniger bekannte. Sie erzählen mit Humor und Ironie, mit Entsetzen und Wut vom alten und modernen Afrika, von den kleinen Dörfern und großen Städten, von Kindheit und Liebe, von Wärme und Gewalt zwischenmenschlicher Beziehungen, von Afrikas Frauen und seinen großen gesellschaftlichen Konflikten.

„Habari gani, Afrika!“ ist eine wirklich gelungene Zusammenstellung von Texten afrikanischer Autoren. Aufgeteilt in die Rubriken „Geschichte und Kolonialismus“, „Kindheit, Jugend, Erste Liebe“, „Frauen“, „Großstadt“ und „Und sonst …“ finden sich hier traditionelle und moderne Texte, Gedichte, Kurzgeschichten und Auszüge aus Romanen. Diese Auszüge sind auch das Einzige, das die Qualität des Buches ein wenig trübt. Denn leider sind sie oft nicht so ausgewählt, daß man sie auch ohne die Kenntnis des Ursprungstexts gut verstehen kann.

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