Der Prophet

Der Prophet von Khalil Gibran
Der Prophet von Khalil Gibran

Zwölf Jahre hat der Prophet Almustafa in der Stadt Orphalese verbracht. Kurz vor seiner Rückkehr in die Heimat bitten ihn die Menschen um Beistand und Zuspruch. Freigebig spricht er zu ihnen von Liebe und Freundschaft, Freiheit und Wissen, Freude und Leid, und von der höheren Bedeutung auch der alltäglichen Fragen des Lebens.

Gibrans Meisterwerk ist ein Buch der Liebe, der Orientierung und des Trostes.

„Der Prophet“ ist Khalil Gibrans bekanntestes Buch (aber längst nicht sein einziges). Die Gedanken, die der Prophet Almustafa darin äußert, sind zwar einerseits von Gibrans christlichem Hintergrund geprägt, aber vor allem auch von anderen orientalischen Religionen, wie dem Sufismus und dem Bahaismus.

Ganz davon abgesehen, daß jeder, der den Orient nur mit dem Islam gleichsetzt, dieses Buch schon allein deshalb lesen sollte, um zu verstehen, daß orientalisches Leben und Denken wesentlich vielfältiger ist als das, ist „Der Prophet“ auch noch ungeheuer poetisch geschrieben (in Ausdruck und Form übrigens). Zudem sind viele der Gedanken und Anregungen darin sehr sehr modern und fast schon anarchisch zu nennen (nicht von ungefähr war das Buch bei den Hippies in den 1960er Jahren extrem populär).

Khalil Gibran ist übrigens nach Shakespear und Laotse der am meisten verkaufte Autor der Welt und aller Zeiten. Deshalb glaube ich, daß zumindest Auszüge aus „Der Prophet“ vielen Leuten bekannt sein dürften. Der hier zum Beispiel:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
Und wenn sie auch mit euch sind, so sind sie dennoch nicht euer Besitz.

Ihr dürft ihnen eure Liebe schenken, aber nicht eure Gedanken.
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Zuhause geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft und das könnt ihr nicht betreten, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft bestrebt sein, ihnen zu gleichen, aber versucht nicht, sie euch gleich zu machen.
Denn das Leben schreitet nicht rückwärts noch verweilt es im Gestern.