Spur der Steine

Spur der Steine von Frank Beyer
Spur der Steine von Frank Beyer

Brigadier Balla, der höchstes Ansehen bei seinen Kollegen auf der Baustelle genießt, sieht seinen Ruf gefährdet, als der neue Parteisekretär Horrath und die Technologin Kati Klee in seinem Werk erscheinen. Balla verliebt sich in Kati. Aber auch Horrath liebt die junge Technologin. Horrath, hin- und hergerissen zwischen seiner Familie und Kati, verstrickt sich in Lügen. Die enge Beziehung der drei Menschen, eine Beziehung, die zunächst auch wirklich dem Werk zugute kam – Balla ließ sich für neue Aufgaben und Ansichten begeistern – diese enge Beziehung wird zerstört.

„Spur der Steine“ ist, glaube ich, der einzige Film aus der DDR, den ich jemals gesehen habe (wenn man einmal von den obligatorischen Märchenfilmen absieht). Obwohl es darin um Strukturen und Politik geht, die einem Westler völlig fremd sind, ist der Streifen ziemlich unterhaltsam und auch gut verständlich.

Das liegt vor allem an den guten Schauspielern. Allen voran Manfred Krug, der als Balla absolut umwerfend ist. Eine solche Präsenz, die er da entwickelt. Sein Charakter ist ein Draufgänger, ein Komödiant und gleichzeitig ein ungeheuer einfühlsamer, gefühlvoller Freund. Es ist Krug zu verdanken, daß dies zwar durchaus eine komische, aber niemals eine lächerliche Rolle ist.

Es ist vielleicht kein Wunder, daß bei einem solch unkonventionellen, sozialistischen Helden, in der DDR die Alarmglocken anschlugen. „Spur der Steine“ wurde, auch wenn dort der Sozialismus selbst nie angezweifelt wurde, nach organisierten Protesten aus den Kinos genommen und nie wieder in der DDR gezeigt. Schade, denn dieser menschliche Sozialismus, wie ihn ja auch die Tschechen während des Prager Frühlings gefordert haben, hätte vielleicht sogar funktionieren können.