Zeit der Nähe

Zeit der Nähe von William Maxwell
Zeit der Nähe von William Maxwell

William Maxwell erzählt einfühlsam und bewegend von Glück und Leid einer Beziehung zwischen zwei ungleichen Freunden und den Schwierigkeiten, erwachsen zu werden. Spud Latham ist ein sportlicher Typ, ein bewunderter Boxer. Er ist sebstbewußter, aber nicht so intelligent wie Lymie Peters, dem er beim Schwimmen das Leben rettet. Es entsteht eine Freundschaft, bei der der Starke dem Schwachen hilft, der Intelligente dem weniger Klugen. Doch dann kommt es zwischen den beiden zu Spannungen, die die Freundschaft auf eine starke Bewährungsprobe stellen. Sie rühren daher, dass Sally, die Tochter des Professors und Spuds Freundin, eine rein freundschaftliche Sympathie für Lymie entwickelt, die jedoch von Spud völlig mißverstanden wird. „Um ihn aus dem seelischen Gleichgewicht zu bringen, genügte es, daß Sally und Lymie ihm Seite an Seite entgegen kamen und daß er mit eigenen Augen sah, wie gut sie sich unterhielten, bevor sie aufsahen und ihn bemerkten.“ Ausgerechnet Spud, den vom Erfolg verwöhnten Sportler, dem alles gelingt, verzehrt die Eifersucht …

Eigentlich mag ich keine Highschool-, Universitäts-, Coming-of-Age-Geschichten, schon gar nicht, wenn sie in Amerika spielen. Deshalb war ich überrascht, wie gut mir „Zeit der Nähe“ gefallen hat.

William Maxwell erzählt in einer sehr lakonischen und gleichzeitig sehr schönen Sprache über so einfache und so komplizierte Dinge wie Freundschaft und Liebe. Wie elegant und glaubhaft er die Beziehung zwischen Lymie und Spud darstellt, großartig. Jede seiner Figuren, selbst die kleinsten Nebenrollen, sind absolut glaubhaft und lebendig. Wenn man das Buch zuschlägt, wünscht man sich tatsächlich, weiter am Leben dieser Menschen teilhaben zu können, weil sie so sympathisch und liebenswert sind. Einfach nur toll!