Eine Jugend

Eine Jugend von Patrick Modiano
Eine Jugend von Patrick Modiano

Odile, Mutter zweier Kinder, führt mit ihrem Gatten Louis ein Kinderheim in einem Chalet in den Bergen. Sie feiert mit Freunden ihren fünfunddreißigsten Geburtstag. Fünfzehn Jahre zuvor sah ihrer beider Leben ganz anders aus. Es war in den 60er Jahren in Paris, als an einem Dezembertag Odile und Louis sich zufällig begegnen: „Er half ihr aufzustehen und stützte sie am Arm. Als sie draußen die Treppe hinabstiegen, fühlte er den Druck ihrer Hand.“ Louis hat gerade den Militärdienst hinter sich, ist unschlüssig, was er tun soll, und leistet Botendienste für eher halbseidene Gestalten. Odile will Sängerin werden. Dabei trifft sie auf den 50jährigen Georges Bellune, den Talente-Scout für eine Plattenfirma, der ihr eine Karriere verspricht, sich aber plötzlich das Leben nimmt. Louis und Odile streifen nun durch die Stadt, lernen Leute kennen, die die beiden unter dem Deckmantel des Beschützens ausnutzen. Louis und Odile merken, daß sie in ein undurchsichtiges und gefährliches Milieu geraten sind, es gelingt ihnen dennoch, ihre Liebe zu bewahren. Einen letzten Auftrag nehmen sie an …

Ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung, wieso „Eine Jugend“ Teil der SZ-Bibliothek ist, die ja angeblich 100 große Romane des 20. Jahrhunderts präsentiert. Dieses Buch hier ist zwar gut geschrieben, keine Frage, aber es ist doch absolut nichts besonderes.

Patrick Modiano erzählt hier etwas, das vor ihm in Roman und Film schon hunderte, wenn nicht gar tausende Male erzählt worden ist. Zwei junge Leute, etwas verloren in einer großen Stadt, Armut, Kleinganoven, schmierige Produzenten, Besetzungscouch … kennt man. Wenn das ganze superoriginell geschrieben wäre, oder der Autor es schaffen würde, seiner Geschichte eine unerwartete Wendung zu geben, dann wäre das Buch auch sicher in dieser Reihe nicht fehl am Platz. So … ist es einfach nur belanglos. Schade.