BlowUp

BlowUp von Michelangelo Antonioni
BlowUp von Michelangelo Antonioni

Der Photograph Thomas hat nichts gesehen. Und doch hat er alles gesehen: Heimlich hat er ein Liebespaar im Park fotografiert – erst auf den Vergrößerungen der Fotos entdeckt er Indizien dafür, daß vor seinen Augen ein Mord geschah. Oder doch nicht?

Ich habe „BlowUp“ erst dank der SZ-Cinemathek kennengelernt. Ein wirklich interessanter Film, den ich sonst verpaßt hätte.

Dabei ist „BlowUp“ keineswegs so spannend, wie der Klappentext ihn klingen läßt. Es ist kein Krimi oder sowas. Stattdessen zeigt Michelangelo Antonioni das Leben eines Künstlers. Er läßt sich viel Zeit damit, seinen Protagonisten vorzustellen, sein professionelles Leben, aber auch seine persönlichen Projekte, seine Besessenheit von Bildern und visuellen Eindrücken.

Eine ähnliche Besessenheit legt der Photograph dann auch an den Tag, als er vermeint, auf seinen Bildern einen Mord entdeckt zu haben. Zunächst beim immer genaueren Vergrößern der Photos, dann im Versuch, andere auf die Vorgänge hinzuweisen. Denn selbst als er schließlich tatsächlich eine Leiche findet, will ihm niemand so recht glauben.

Ein wirklich interessanter Film, mit einem Protagonisten, der zugleich ungeheuer sympathisch und ein absoluter Kotzbrocken ist. Toll, wie Antonioni es geschafft hat, diesen Charakter so lebendig zu zeichnen!