Liebeskummer auf Indisch

Liebeskummer auf Indisch von Amulyia Malladi
Liebeskummer auf Indisch von Amulyia Malladi

Als Devi nicht mehr ein noch aus weiß, trifft sie einen drastischen Entschluß: Sie will ihrem Leben ein Ende setzen. Doch wie schon so oft zuvor taucht ihre Mutter im unpassendsten (oder vielmehr genau im richtigen) Moment auf und rettet ihrer Tochter das Leben. Aus Trotz spricht Devi fortan kein Wort mehr. Stattdessen stürzt sie sich mit Feuereifer in eine neue Aufgabe: das Kochen. Ihre phantasievollen indischen Gerichten drücken genau aus, wie sie sich fühlt und bringen ihre Familie dazu, endlich offen miteinander zu sprechen – mit unerwarteten und alles verändernden Konsequenzen.

Ich koche selbst ungeheuer gerne, weshalb mich der Klappentext von „Liebeskummer auf Indisch“ auch gleich angesprochen hat. Leider hat sich das Buch als Mischung aus Chick-Lit und Bollywood herausgestellt. Und ich mag weder das eine noch das andere sonderlich gerne.

Jeder Charakter in „Liebeskummer auf Indisch“ ist ziemlich dämlich, macht sich seine Probleme zum größten Teil selbst und braucht dann geschlagene 300 Buchseiten, um sich zu einer Lösung durchzuringen. Das ganze „würzt“ die Autorin mit Rückblenden auf wichtige Lebensstationen der verschiedenen Charaktere, oder mit Briefen und inneren Monologen, die irgendwie die Gemütsverfassung der Leute transportieren sollen. Tun sie auch, aber eher nach der Dampfhammermethode. Subtil und intelligent ist defnitiv anders. Dazu kommt, daß mir ziemlich schnell klar war, wer da mit wem was hat und wie es sich wohl lösen wird. Mit anderen Worten: ungefähr genausoviel Tiefgang wie eben ein Bollywood-Film. Und nicht mal die „Rezepte“, die über das Buch verteilt sind, konnten mich erfreuen … sie sind nämlich völlig ohne Mengenangaben.

Außerdem werde mir in diesem Buch (genau wie in sämtlichen Bollywood-Streifen) zu viele erzkonservative Werte transportiert. Mutterschaft, die Liebe zu seinen Kindern, seiner Familie … blablabla. Klar, mir ist das auch wichtig, aber muß man deshalb so darauf herumreiten. Ätzend, echt!