Die Verachtung

Die Verachtung von Jean-Luc Godard
Die Verachtung von Jean-Luc Godard

Auf Capri wird unter der Regie Fritz Langs ein Film über die Irrfahrten des griechischen Helden Odysseus gedreht. Der amerikanische Produzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) verachtet Langs „Kunstkino“ und beauftragt den jungen Autor Paul Javal (Michel Piccoli) mit der Umarbeitung des Drehbuchs. Außerdem macht er Javals schöner Frau Camille (Brigitte Bardot) den Hof. Als Camille spürt, daß ihr Mann sie mit dem Produzenten verkuppeln will, schlägt die Liebe zu Paul schließlich in Verachtung um …

Eigentlich mag ich französische Filme, obwohl sie ja einen ziemlich negativen Ruf haben. Wenn man „Die Verachtung“ gesehen hat, weiß man, woher dieser Ruf kommt. Der Streifen ist einfach zum Weglaufen langweilig.

Nicht nur das, nach einiger Zeit fängt er an, einem gehörig auf den Wecker zu gehen. Anders als im Klappentext geschrieben, fordert Javal seine Frau nämlich nicht dazu auf dem Produzenten den Hof zu machen. Und trotzdem wird in diesem Film nur über diese Beziehung diskutiert oder über Gott, Gedichte, Kunst und Filme. Dabei ist gerade der Streit des Paares dermaßen hirnrissig und nervig, daß man nur noch ausschalten möchte. Diese „Du liebst mich nicht mehr, ich spüre das doch“-Diskussionen will man schon im eigenen Leben nicht führen. Sie auf der Leinwand zwischen zwei Personen zu beobachten und zu wissen, daß die absolut keinen Grund für dieser Art Gespräch haben … Das ist NICHT das, was man in einem Film sehen möchte.

Einziger Lichtblick des ganzen Streifens ist Fritz Lang, der sich selbst spielt. Seine Rolle ist extrem sympathisch, er gibt den aufrechten Künstler (der er ja auch war) und steht damit im Gegensatz zum amerikanischen Produzenten, der nur auf Geld aus ist. Dazu bekommt er das mit der Schauspielerei auch noch so leicht hin, man könnte meinen, er würde das schon sein Leben lang machen. Dabei war dies seine einzige Rolle. Und so ganz nebenbei beweist er auch noch, daß er drei Sprachen fließend spricht. Hut ab, Fritz Lang, mit Dir haben wir einen der ganz Großen verloren!