Tango für drei

Tango für drei von Maria Nurowska
Tango für drei von Maria Nurowska

Zwischen den beiden Schauspielerinnen Alexandra und Elzbieta entwickelt sich ein Drama eigener Art: Was als Spiel beginnt, wird zum Spiel auf Leben und Tod …

Mit großer psychologischer Raffinesse erzählt die bekannte polnische Schriftstellerin Maria Nurowska die Geschichte zweier Frauen, die mehr verbindet als die Liebe zu demselben Mann.

Ich bin noch nicht ganz sicher, ob „Tango für drei“ ein gutes Buch ist, aber es hat ganz sicher eine gewisse Faszination. Die ganze Geschichte wird aus Alexandras Sicht geschildert, die im Koma liegt nach einem von ihr selbst herbeigeführten Autounfall. Sie reflektiert ihr Leben, ihr Verhältnis zu ihrem Mann Zygmunt und dessen Ex-Frau Elzbieta.

Und es ist tatsächlich ihr Verhältnis zu den beiden, das hier beleuchtet wird, denn Nurowska erzählt konsequent aus Alexandras Perspektive. Vieles passiert überhaupt nur in der Vorstellung der Protagonistin oder vieles bekommt erst Bedeutung durch die Wahrnehmung der Hauptfigur. Tatsächlich hatte ich das ganze Buch über den Eindruck, daß gerade Elzbieta so ganz und gar nicht das herzliche oder intensive Verhältnis zu Alexandra hat, das die sich einbildet. Aber auch Zygmunt kam mir seltsam blaß vor, eher wie eine Reflexion.

Faszinierend für mich war aber eher, über Alexandras Verhältnis zu ihrem Beruf zu lesen. Das Auseinandersetzen und Verschmelzen mit ihren Rollen. Teilweise die Unfähigkeit, sich wieder von einer Rolle zu lösen. Oder auch das (zunehmend psychotische) Vermischen von Theaterrollen und der Wirklichkeit. Definitiv fesselnd zu lesen! Trotzdem hat mich die deutlich klischeebeladene Dreiecksgeschichte nicht vom Hocker gehauen. Seltsame Mischung das.

Und ich bin immer noch nicht sicher, ob es ein gutes Buch ist …