Minotauros

Minotauros von Péter Nádas

Minotauros von Péter Nádas

Als Psychogramm einer Epoche hat man sein „Buch der Erinnerungen“ bezeichnet. Auch in den vorliegenden Erzählungen erforscht Péter Nádas jenes Terrain, auf dem gesellschaftliche Repression, Gewalt und Ausgeliefertsein an die Macht ihre tiefsten Spuren hinterlassen: die Innenwelt, die existenziellen Grenzzustände.

So fängt der Klappentext der Kurzgeschichtensammlung „Minotauros“ an und entsprechend war ich gespannt. Und ich wurden ganz schön enttäuscht.

Sicher, Péter Nádas‘ Schreibstil ist ziemlich gut. Es gibt Momente in seinen Erzählungen, die wirklich ergreifend sind, Beschreibungen, die ungeheuer beeindrucken, und Szenen, in die man sich total hinein versetzen kann. Wenn nur die Geschichten genauso gut wären, wäre alles super.

Stattdessen sind die älteren Stories irgendwie ziemlich langweilig. Sie bauen Spannung auf und dann verlaufen sie sich irgendwie im Nichts. Die neueren Geschichten sind teilweise so experimentell, daß man sich einfach nur noch denkt „what the fuck?“. Gerade die titelgebende Geschichte ist dadurch einfach nur noch nervig. Die einzige Story, die ich wirklich gut fand ist „Weiß“, was wohl daran liegt, daß diese Geschichte fast nur aus Szenenbeschreibungen besteht.

Ich kann in Zukunft gut ohne Péter Nádas und seine Werke auskommen.

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