Mitsou

Mitsou von Colette

Mitsou von Colette

Mitsou, 24 Jahre alt, ist Revuestar am Pariser Montmartre: „… keine Nase – oder so gut wie keine -, sehr große Augen, so schwarz wie das Haar, runde Wangen und ein kleiner, trotziger, frischer Mund.“ Sie scheint sich besser auszukennen mit Verehrern als ihre allzu rasch und oft verliebte Freundin Petite Chose und weiß sie zu nehmen, ohne sich etwas zu vergeben: „Gott sei Dank habe ich in den drei Jahren, seit ich mit Pierre beisammen bin, vergessen, was Unannehmlichkeiten sind.“ Aber dann schleppt Petite Chose zwei Leutnants in die Theatergarderobe. Einer ist blau gekleidet. Mit seinem Auftauchen und seinem Brief an Mitsou wird alles anders. Sie antwortet, ein Briefwechsel entsteht zwischen Mitsou und dem Leutnant und zeigt eine zarte, allmählich zwischen ihnen wachsende Liebe. Es kommt zur ersehnten und entscheidenden Begegnung, in der sich Enttäuschung und Hoffnung gleichermaßen bittersüß mischen und die Verliebten soviel voneinander erfahren, was sie zuvor nicht erahnten und erst recht nicht wußten …

„Mitsou“ ist ein extrem süßes kleines Buch. Colette schafft es wunderbar die Stimmung ihrer Charaktere einzufangen, ihre kleinen Eitelkeiten und ihre großen Sehnsüchte. Und man kann nicht anders als Mitleid zu haben mit Mitsou und ihrem Leutnant, die beide die große Liebe suchen und doch nicht finden.

Es ist übrigens ein herrlicher literarischer Trick, daß dieses Buch über eine kleine Schauspielerin an einem Revuetheater wie ein Theaterstück geschrieben ist. Komplett mit Beschreibung der „Bühne“ und Dialogen. Das ist so originell, so charmant, daß es einfach nur eine Freude ist, dieses schmale Bändchen zu lesen.

Colette kannte ich bisher noch nicht einmal dem Namen nach. Aber ich habe definitiv vor, in Zukunft mehr von ihr zu lesen.

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