Der Windesser – Te Kaihau

Der Windesser - Te Kaihau von Keri Hulme

Der Windesser - Te Kaihau von Keri Hulme

Die Neuseeländerin Keri Hulme, die für ihren Roman „Unter dem Tagmond“ mit dem Booker-Preis ausgezeichnet wurde, hat ihren ersten Erzählungsband vorgelegt: „Der Windesser – Te Kaihau“ umfaßt 19 literarisch zum Teil äußerst ambitionierte, bis zur Kühnheit originelle Erzählungen über die Magie der Natur, die Intuition des Kreatürlichen, Verletzungen und Beschädigungen von Menschen – und immer wieder über die mythische Landschaft Neuseelands.

Ich weiß gar nicht mehr, warum ich das Buch „Der Windesser – Te Kaihau“ lesen wollte. Weil der Name der Autorin Keri Hulme so seltsam und für mich nordisch klang vielleicht. Oder weil das Wort „Windesser“ einfach spannend, mythisch und wildromantisch klingt. Ich wollte wohl einfach wissen, was ein „Windesser“ ist, denke ich.

Das Buch ist großartig, aber etwas ganz anderes als ich erwartet hatte. Das fängt schon damit an, daß Keri Hulme nicht aus Nordeuropa ist, sondern Neuseeländerin mit Maori-Vorfahren. Und diesen Einfluß spürt man auch in ihren Erzählungen, die oft phantastische Elemente enthalten. Aber auch das Elend und die Verarmung der Maori-stämmigen Bewohner Neuseelands wird oft thematisiert.

Dabei ist es vor allem die Vermischung von Realem und Phantastischem, das mir besonders gut gefällt und mich über weite Strecken sogar an meinen Lieblingsschriftsteller Neil Gaiman erinnert. Und auch das Spielen mit Formaten, Gedichten, Theaterstücken, Liedern, das Hulme so virtuos beherrscht, hat mir großen Spaß gemacht. Großartig auch, daß sie nicht nur Maori-Mythen verwendet, sondern zum Beispiel auch Walküren auftreten läßt.

Das Buch ist sicher nicht für jeden geeignet, gerade weil die Texte teilweise sehr experimentell sind (vor allem die ersten Geschichten). Man muß so etwas, wie ich, schon mögen. Wenn man aber moderne, expressionistische Literatur mag, dann ist Keri Hulme definitiv ein Geheimtipp. Ich selbst werde sicher auch noch ihren Roman „Unter dem Tagmond“ lesen, irgendwann.

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