Saman

Saman von Ayu Utami

Saman von Ayu Utami

Ein katholischer Priester stößt über sein Engagement für unterdrückte Kleinbauern zum indonesischen Widerstand, verliebt sich, gibt sein Priesteramt auf und emigriert nach New York. Junge selbstbewußte Frauen verweigern sich den traditionellen Rollenzuweisungen.

Ayu Utamis Debütroman „Saman“ wurde in Indonesien als literarische Sensation gefeiert. Der offene Umgang mit gesellschaftlichen Tabus stellte einen Bruch mit der bisherigen indonesischen Literatur dar.

Es ist für mich ein wenig schwierig, etwas zu „Saman“ zu sagen. Teile des Buches sind sehr gut, insgesamt jedoch ist es eher verwirrend und dadurch auch ein wenig langweilig.

Vielleicht liegt es daran, daß Ayu Utami in ihren Erstling viele verschiedene Geschichten gepackt hat, die alle nur lose zusammenhängen und ganz und gar nicht zusammenpassen. Da ist Laila, die sich in den Ingenieur Sihar verliebt. Saman, der zunächst Priester ist, sich dann aber in einer Nichtregierungsorganisation für entrechtete Bauern einsetzt. Die Tänzerin Shakuntala, die ein Tanzstipendium in New York bekommen hat. Eigentlich sind diese Geschichten es alle wert, daß man sie erzählt. Stattdessen werden sie nur gestreift, kurz angerissen und selten vertieft. Dabei sind zum Beispiel die Gedanken und Erfahrungen der Tänzerin ungeheuer interessant, ihre Spiritualität, ihr amüsierter Blick auf die westliche Welt … aber kaum hat man sich einige Seiten lang mit ihr angefreundet, verliert die Erzählung sie auch schon wieder aus dem Blick.

Nur da, wo sich die Geschichte wirklich einmal auf den Hintergrund einer Person konzentriert, wird das Buch gut. Ungefähr in der Mitte des Romans wird das Leben des ehemaligen Priesters Saman erzählt, und das ist wirklich spannend. Hätte Utami das weiter vertieft, dadurch mehr über den Geisterglauben und natürlich vor allem die Situation der Bauern vermittelt, das Buch hätte toll werden können. Schade, daß sie sich stattdessen so verzettelt hat.

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