Irren ist göttlich

Irren ist göttlich von Ágota Bozai

Irren ist göttlich von Ágota Bozai

Anna Lévay führt ein unauffälliges Leben in einer ungarischen Kleinstadt. Noch nie hat sie sich die verwitwete Lehrerin etwas zu Schulden kommen lassen. Warum muß dann ausgerechnet sie eines Tages feststellen, daß sie wundersamerweise mit einem Heiligenschein beschenkt worden ist? Und daß sie seit neustem übernatürliche Fähigkeiten besitzt? Kein Wunder, daß ihr ruhiges Leben von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät …

„Irren ist göttlich“ ist ein köstlicher Roman, der sowohl witzig ist als auch nachdenklich stimmt. Ágota Bozai schafft es ganz ausgezeichnet, ihre Ausgangsidee von der stinknormalen Lehrerin, die plötzlich einen Heiligenschein hat, zu entwickeln. Unspektakulär entwickeln sich die Ereignisse und doch mit einer Logik, die jeder nachvollziehen kann.

Mit Anna Lévay hat Bozai eine Protagonistin geschaffen, die so bescheiden und schlicht, ja fast schon demütig ist, daß sie einfach nur sympathisch herüber kommt. Anna Lévay ist die sprichwörtliche kleine Frau aus dem Volk, die sich immer treu geblieben ist und gerade deshalb sowohl im Sozialismus als auch im Kapitalismus immer nur verloren hat. Erschreckend eigentlich, wie die Autorin das kapitalistische Ungarn darstellt, aber wohl auch zutreffend, denn Ágota Bozai ist eigentlich Journalistin.

Umso besser und herzerwärmeder ist es, daß Anna Lévay am Ende der Geschichte tatsächlich gewinnt, wenn auch auf völlig unerwartete Weise. „Irren ist göttlich“ hinterläßt einen mit einem melancholisch-nachdenklichen Gefühl, aber auch mit einer gewissen Zufriedenheit. Ein schönes Buch, das man sehr gut auch an seine etwas ältere Verwandtschaft verschenken kann!

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