Drei Pinien Motel

Drei Pinien Motel von Linda Graf

Drei Pinien Motel von Linda Graf

Linda Graf entwirft das meisterhafte Portrait einer jungen Frau, die sich in ihrer Heimat mit einer Reihe von unbefriedigenden Bezugspersonen auseinandersetzen mußte und nun in Kanada ihr weibliches Rollenbild neu definiert. Dabei konzentriert sich die Autorin auf die authentische Evokation der kanadischen Provinzatmosphäre, die Entdeckung des Ungewöhnlichen im Alltäglichen, die Verunsicherung ihrer entfremdeten Hauptfigur, der schließlich das Geschenk neuer Zuversicht zuteil wird.

Der Einstieg in Linda Grafs „Drei Pinien Motel“ war für mich ein wenig schwierig. Zunächst kommt das Buch nämlich wie so ein typischer „wehleidige Frau geht auf Selbstfindungstrip“-Roman herüber. Und ich hasse diese Art von Büchern.

Wenn man dann aber weiterliest wird man dennoch ganz gut unterhalten. Was wohl daran liegen muß, daß die Autorin recht ansprechend zu schreiben weiß, und ihre Charaktere interessant und lebendig herüberkommen. Was ein wenig seltsam ist, wenn man bedenkt, wie klischeehaft sie doch gezeichnet sind: Ein weiser Indianer, eine Barfrau mit einem Herz aus Gold und eine rührend tapfere Todkranke. Nichts also, was man nicht schon tausendmal gelesen hat. Dazu kommt noch, daß die Geschwindigkeit, mit der die Dorfbewohner die Protagonistin bei sich aufnehmen und ihr ihre tiefsten Geheimnisse anvertrauen, völlig unrealistisch ist.

Trotzdem habe ich mich, wie gesagt, gut unterhalten beim Lesen. Ein wenig leichte Lektüre ab und zu kann nichts schaden, oder?

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