Marokko

Marokko von Josef von Sternberg

Marokko von Josef von Sternberg

Dieser „brillant inszenierte, denkwürdig besetzte Film“ erzählt die packende Geschichte der Barsängerin Amy Jolly (Marlene Dietrich), die sich in Marokko zwischen zwei Männern entscheiden muß: dem wohlhabenden Geschäftsmann Le Bessier (Adolphe Menjou) und dem französischen Fremdenlegionär Tom Brown (Gary Cooper). Als sie sich für den mittellosen Soldaten entscheidet, wird Tom strafversetzt – direkt an die vorderste Front …

Es ist nicht die Geschichte, die „Marokko“ ausmacht. Dieses Frau zwischen zwei Männern Ding, das wurde schon hundertmal erzählt, wenn nicht noch öfter. Nichts Besonderes also, sollte man meinen. Und dennoch hat dieser Film seinen Platz in der SZ-Mediathek wohl verdient, was vor allem an zwei großen Faktoren liegt.

Zum einen ist da Josef von Sternberg, der Regisseur. Die Bilder, die er in diesem Film entwickelt sind einfach bombastisch. Er schafft es, in einem Tonfilm die ausdrucksvolle Bildsprache des Stummfilms zu bewahren, ohne dabei überladen oder gar kitschig zu sein. Egal ob in seinen Nahaufnahmen, den Kamerafahrten durch schmale Gassen oder in seinen monumentalen Totalen … von Sternberg schafft Bilder, die bei einem bleiben lange nachdem man die triviale Handlung des Films längst vergessen hat.

Zum anderen ist da … Marlene Dietrich! Die Dietrich dominiert diesen Film, daran besteht kein Zweifel. Von Sternberg inszenierte sie hier das erste Mal auf die Weise, die für lange Zeit ihren Stil bestimmen würde. Vor allem sieht man sie hier das erste Mal in einem Aufzug, der sie berühmt gemacht hat: im Anzug. Und damit ist sie noch viel erotischer als in einem femininen Outfit. Allein um Marlene zu sehen lohnt sich schon dieser Film!

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