Tochter des Vulkans

Tochter des Vulkans von Gioconda Belli

Tochter des Vulkans von Gioconda Belli

Sofia fühlt sich in ihrer Ehe mit dem patriarchalischen René buchstäblich eingesperrt. Er schneidet sie von jeglichem Kontakt mit der Außenwelt ab. Aber seine rebellische Frau weiß sich zu wehren. Ihr Wunschkind wird sie eines Tages bekommen, aber bestimmt nicht von diesem Mann!

Der Klappentext zu „Tochter des Vulkans“ ist einmal wieder reichlich unbefriedigend. In diesem Buch geht es nämlich nur zum Teil um die Ehe mit René. Diese Ehe nimmt vielleicht ein Drittel des Romans ein, aber nicht mehr. Vor allem geht es um Sofia, die, Halb-Zigeunerin, als Kind ihre Eltern verliert, und danach in einem kleinen Dorf bei Zieheltern aufwächst, immer eine Fremde, immer mit ihrem Schicksal ringend, immer im Verdacht mit dunklen Mächten im Bunde zu sein.

„Tochter des Vulkans“ ist für mich mit meiner ethnologisch-anthropologischen Vorbildung ziemlich interessant. Es gibt nämlich einen sehr intimen Einblick in den Aberglauben und die magischen Riten in Nicaragua. Aberglauben und magische Riten bei einer gleichzeitig sehr katholischen und konservativen Bevölkerung. Das und die Intrigen und die Gerüchteküche in diesem kleinen Dorf haben wirklich Spaß gemacht.

Ansonsten hat das Buch zwei riesige Mängel. Zum einen ist es im Präsens geschrieben. Und man muß schon ein verdammt guter Schriftsteller sein, um das zu reißen. Giaconda Belli … ist gut, aber dann doch nicht gut genug dafür. Zum zweiten ist die Hauptfigur dermaßen unsympathisch. Grausig! Diese verzogene, egozentrische Göre, um die sich alle Sorgen machen und die alle mit ihren Launen tyrannisiert. Unerträglich, wirklich! Und das Ganze auch noch garniert mit einem grauenhaft kitschigen und völlig unrealistischen Schluß …

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