Der Mondhund

Der Mondhund von Juri Rytchëu

Der Mondhund von Juri Rytchëu

Wenn es einem Polarhund gelingt, bei Vollmond in den Himmel zu fliegen und ein Stück vom Mond abzubeißen, sind ihm fortan magische Fähigkeiten geschenkt.

Der junge Rüde Monder hat es geschafft und ist damit einer der wenigen, der alle Tiere verstehen und ihre Gestalt annehmen kann. Voller Neugier und Lebenslust macht er sich auf, die Welt zu erkunden.

„Der Mondhund“ ist ein bezauberndes kleines Buch, das nicht nur eine wunderbar märchenhafte Geschichte erzählt, sondern auch einen faszinierenden Einblick in die Sagenwelt der Tschuktschen ermöglicht. Einmal von der großartigen Idee, daß der Mond abnimmt, weil Hunde Stücke von ihm abbeißen, abgesehen, ist schon allein die Vorstellung, daß die Raben die Erde in ihre Existenz geschissen haben, so klasse, daß ich unbedingt weitere Bücher von Juri Rytchëu lesen muß. In allen seinen Werken geht es nämlich um sein Volk, die Tschuktschen, und in einigen Romanen sogar um Schamanismus, was ja ein tieferes Eintauchen in Mythen und Riten verspricht.

Mir hat es auf jeden Fall großen Spaß gemacht, die verschiedenen Verwandlungen Monders mitzuverfolgen. Ich kann mich auch nicht so ganz entscheiden, welche seiner verschiedenen Formen ich am interessantesten fand, am amüsantesten war sicher das kurze Zwischenspiel als Mücke. Und auch wenn es von Anfang an ziemlich klar ist, in welcher Form Monder schließlich enden wird, macht das gar nichts. Dazu liest sich die Geschichte einfach zu gut. Seltsam fand ich nur, daß Monder die Menschen immer als böse empfindet, weil sie jagen oder Eier einsammeln, und zwar auch während er z.B. ein Rabe ist, der ja Eier frißt, oder eine Robbe, die sich von Fisch ernährt. Zumal er hauptsächlich Tschuktschen begegnet, also Leuten, die ausschließlich für ihren eigenen Bedarf jagen und sammeln.

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