Das Fest

Das Fest von Thomas Vinterberg
Das Fest von Thomas Vinterberg

Hotelier Helge feiert seinen 60. Geburtstag. Die ganze Familie, Freunde und Verwandte reisen an, um in dem schönen Landhotel den Festtag zu begehen. Aber wie so oft bei Familienfesten ist es hinter den Kulissen alles andere als idyllisch. Doch das soll die große Party nicht stören. An der feierlichen Tafel hält der älteste Sohn Christian die Eöffnungsrede und deckt völlig unerwartet ein düsteres Kapitel in der Familiengeschichte auf …

„Das Fest“ ist einer der ersten Filme, der nach dem Dogma 95 Manifest produziert worden ist. Was dabei herausgekommen ist, ist ein Werk, das so intensiv ist, daß es fast schon weh tut.

Die Ereignisse während des Festes, die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern, die Änderungen, die sich ergeben sind ungeheuer scharf beobachtet und dabei extrem nachvollziehbar. Und die Konflikte sind dabei nicht nur auf Kindesmißbrauch beschränkt (denn das ist das düstere Kapitel der Familiengeschichte, das in Christians Rede über seinen Vater aufgedeckt wird). Auch Rassismus ist ein dominantes Thema.

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Der Mondhund

Der Mondhund von Juri Rytchëu
Der Mondhund von Juri Rytchëu

Wenn es einem Polarhund gelingt, bei Vollmond in den Himmel zu fliegen und ein Stück vom Mond abzubeißen, sind ihm fortan magische Fähigkeiten geschenkt.

Der junge Rüde Monder hat es geschafft und ist damit einer der wenigen, der alle Tiere verstehen und ihre Gestalt annehmen kann. Voller Neugier und Lebenslust macht er sich auf, die Welt zu erkunden.

„Der Mondhund“ ist ein bezauberndes kleines Buch, das nicht nur eine wunderbar märchenhafte Geschichte erzählt, sondern auch einen faszinierenden Einblick in die Sagenwelt der Tschuktschen ermöglicht. Einmal von der großartigen Idee, daß der Mond abnimmt, weil Hunde Stücke von ihm abbeißen, abgesehen, ist schon allein die Vorstellung, daß die Raben die Erde in ihre Existenz geschissen haben, so klasse, daß ich unbedingt weitere Bücher von Juri Rytchëu lesen muß. In allen seinen Werken geht es nämlich um sein Volk, die Tschuktschen, und in einigen Romanen sogar um Schamanismus, was ja ein tieferes Eintauchen in Mythen und Riten verspricht.

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Der Virtuose

Der Virtuose von Margriet de Moor
Der Virtuose von Margriet de Moor

Süditalien, Anfang des 18. Jahrhunderts: Carlotta stammt aus verarmtem Adel, ihr Vater hat Ländereien und Vermögen verspielt. Sie liebt den Gesang, vor allem, wenn Gasparo Conti seine unvergleichliche Stimme erhebt. Schon als zehnjähriges Mädchen war sie verzaubert, wenn der Elfjährige in der Kirche hres Dorfes nicht weit von Neapel sang: „Überrascht lauschte ich dem leisen Einsatz, dem langen Ton und dem Crescendo, das sich wie ein straffes Seidenband spannte.“ Eines Tages ist Gasparo verschwunden. Jahre später taucht er als gefeierter Kastrat wieder auf. Carlotta, inzwischen gut verheiratet mit dem Herzog von Rocca d’Evandro, der ihr alle Freiheit läßt, hört ihn im neuen Teatro San Carlo in Neapel und ist nicht nur von seinem atemraubenden Können entzückt, sondern auch von seiner Schönheit: „Groß: eine hochgewachsene Gestalt. Kräftig: Die Jacke mit den bauschigen Ärmeln spannt an der Brust. Voll: Seine Lippen sind noch genauso mädchenhaft und dick, wie ich sie von ganz früher in Erinnerung habe.“ Sie verführt ihn, dessen ganze Leidenschaft zuerst der Musik und seiner Kunst gilt, und gewinnt ihn ganz. Töne und Berührungen, Kantilenen und Umarmungen, Koloraturen und Küsse gleiten untrennbar ineinander. Dazu die Pracht des amourösen Jahrhunderts: Reiche Gewänder, Essen und Trinken, bunt bemalte Kaleschen, Blicke aufs Meer, Liebeshändel. Im Zentrum aber stehen die Musik und die Liebe, die Oper und ihr strahlender Held, der Carlotta von der Magie des Singens erzählt, von seinen Reisen und von seinem Komponistenfreund Händel in London. Und Carlotta lockt Gasparo immer tiefer in die Geheimnisse des Liebens …

Ich habe „Der Virtuose“ kurz nachdem es herausgekommen ist, schon einmal gelesen und fand es nicht so toll. Nachdem es in dem Buch um Sex und Musik geht, dachte ich, eventuell konnte ich es mit 17 noch nicht ganz so würdigen und habe es im Rahmen der SZ-Bibliothek noch einmal gelesen.

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Die Jadefrau

Die Jadefrau von Nicole Mones
Die Jadefrau von Nicole Mones

Mit ihren roten Haaren und jadegrünen Augen erregt die Dolmetscherin Alice Mannegan es viel Aufsehen, wenn sie mit dem Rad durch die Straßen Pekings fährt. Obwohl die Amerikanerin seit langem in China lebt, ist sie eine Außenseiterin geblieben. Nun erhält sie die Chance, den Archäologen Adam Spencer auf seiner Suche nach dem sagenumwobenen „Pekingmenschen“ zu begleiten. Alice ahnt nicht, daß diese Reise zu den Ursprüngen der Menschheit eine Reise zu ihrem eigenen Ich werden wird …

Da ich selbst durch mein Studium nicht ganz unbeleckt bin in archäologischen Dingen, war ich auf „Die Jadefrau“ ziemlich gespannt. Bücher über Archäologen sind für mich eben durch meine Vorbildung zwar meist ein bißchen ärgerlich (weil unrealistisch), aber auch reichlich aufregend. Wer mag denn auch nicht Indiana Jones?

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