Haie der Großstadt

Haie der Großstadt von Robert Rossen

Haie der Großstadt von Robert Rossen

Eddie Felson (Paul Newman) ist ein zynischer und leidenschaftlicher Billardspieler, der in den Billardhallen der Großstadt unerfahrenen Spielern das Geld abjagt. Doch seine Gedanken kreisen nur um ein Ziel: er will endliche den Landesmeister Minnesota Fats (Jackie Gleason), besiegen. Ein Match gegen den Profi endete für Eddie einst in einer Katastrophe. Mit Hilfe der Alkoholikerin Sarah (Piper Laurie) und dem Manager Bert Gordon (George C. Scott) will Eddie noch einmal den Kampf gegen Minnesota aufnehmen, ganz gleich welchen Preis er dafür bezahlen muss …

Wer auch immer bisher nur das Remake/die Fortsetzung/was auch immer „Die Farbe des Geldes“ gesehen hat (und das werden viele sein), sollte sich unbedingt das Original „Haie der Großstadt“ ansehen. Nicht daß „Die Farbe des Geldes“ schlecht wäre, im Gegenteil, es ist ein toller Film, aber „Haie der Großstadt“ kann er einfach nicht das Wasser reichen.

Das mag daran liegen, daß Tom Cruise einfach nicht Paul Newman ist (und auch nie werden wird), und zudem Newman hier vielleicht sogar die Rolle seines Lebens spielt. Alles an ihm und alles an diesem Film ist ungeheuer intensiv, fast schon schmerzhaft intensiv. Ja, dieser Film tut weh, weil man so gefangen wird von der Handlung, daß man mitleidet und mithofft, obwohl man von Anfang an genau weiß, daß Newsmans Charakter ein Verlierer ist und bleiben wird. Und trotzdem bleibt der Film spannend, eine Spannung, die sich aus den Beziehungen zwischen den Charakteren ergibt.

Was mir bei diesem Film übrigens wieder einmal ganz intensiv aufgefallen ist, ist der Wandel, der sich im Umgang mit Alkohol und Zigaretten in den Medien seit den 50ern vollzogen hat. Während heute höchstens noch von den Bösen geraucht und gesoffen wird (und Peter Jackson sogar darüber nachdenken mußte, ob es OK ist, Gandalf sein Pfeifchen rauchen zu lassen), wird in „Haie der Großstadt“ mit einer solchen Selbstverständlichkeit und Frequenz geraucht, daß es nicht mehr feierlich ist. Und daß Piper Lauries Charakter Alkoholikerin ist, macht die Sache natürlich nicht besser. Aber auch alle anderen saufen wie die sprichwörtlichen Löcher.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: