Die Tempelglocken von Shanghai

Die Tempelglocken von Shanghai von Hong Li Yuan

Die Tempelglocken von Shanghai von Hong Li Yuan

Dieser authentische Roman erzählt die Geschichte Da Lees und seiner Familie während der Kulturrevolution, die das Leben der Menschen in China dramatisch verändert. In einer Zeit, in der die Menschenwürde außer Kraft gesetzt ist, sind es vor allem die kleinen Heldentaten, die die Herzen berühren und uns ein atmosphärisches Bild Chinas vermitteln.

Es ist wirklich superschwierig, ein angemessenes Urteil über „Die Tempelglocken von Shanghai“ abzugeben. Ich habe selten ein Buch gelesen, daß mir so gut und gleichzeitig so überhaupt nicht gefallen hat. Um das vielleicht ein wenig deutlicher zu machen, zähle ich hier einmal die positiven und negativen Dinge auf, die mir so aufgefallen sind.

Positiv:

  • Spannender Einblick in die chinesische Lebensart und Denkweise.
  • Interessanter Einblick in die jüngere chinesische Politik.
  • Faszinierende spirituelle Darstellung von Qi Gong und Tai Chi Chuan.
  • Immer wieder witzige und unterhaltsame Einzelepisoden.

Negativ:

  • Die Charaktere sind ohne Tiefgang und sehr klischeehaft.
  • Politische Zusammenhänge werden sehr vereinfacht und sehr schwarz-weiß dargestellt, zudem mit unangenehm belehrendem Unterton.
  • Qi Gong wird als Allheilmittel gegen JEDE Krankheit dargestellt (selbst Krebs!).
  • Kaum spannende Handlungsbögen, die Handlung plätschert so dahin.
  • Alle Namen werden zwar auf asiatische Weise (erst der Nachname, dann der Vorname) geschrieben, Nachname und Vorname dann aber mit Komma voneinander abgetrennt. Eine wahre Pein beim Lesen!
  • Ständig werden irgendwelche Geräusche lautmalerisch dargestellt. Das nervt!

Im Grunde stellt sich „Die Tempelglocken von Shanghai“ oft wie ein Hongkong-Movie aus den 70ern dar, in dem der Held über überragende Kräfte verfügt und immer wieder auf irgendwelche Gegner oder ulkige Figuren trifft, Probleme lösen muß und in witzige Situationen gerät. Leider ohne die Action und den Endgegner, die diese Filme meistens auffahren können.

Alles in allem also ein ganz nettes Buch, das man im Urlaub am Strand lesen kann, wo die Sonne eh ein bißchen zu viel aufs Hirn knallt und es gar nichts ausmacht, daß die Handlung kaum Tiefgang hat, wodurch man am Ende noch mitdenken müßte. Wenn man das Buch aber nicht gelesen hat (oder lesen möchte), dann hat man dadurch ganz sicher auch nichts verloren.

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