Fahrenheit 451

Fahrenheit 451 von François Truffaut

Fahrenheit 451 von François Truffaut

Montag (Oskar Werner), ein Feuerwehrmann mit dem Auftrag, verbotene Bücher zu verbrennen, lernt eine revolutionäre Lehrerin kennen, die sich das Lesen nicht verbieten läßt. Durch sie wird er zum Gejagten, der nicht nur vor der Wahl zwischen zwei Frauen, sondern auch zwischen persönlicher Sicherheit und geistiger Freiheit steht. Truffauts erster in englischer Sprache gedrehter Film geriet zu einer unheimlichen Fabel, in der die Menschheit zum ultimativen Bösen wird.

Da ich Ray Bradburys Buchvorlage sehr sehr gerne mag, war ich gespannt, wie François Truffaut „Fahrenheit 451“ umsetzen würde (und ehrlich gesagt, war ich auch ein wenig skeptisch).

Meine Skepsis war aber völlig unbegründet. „Fahrenheit 451“ ist ein großartiger Film, was zu einem guten Stück auch an seinem Hauptdarsteller liegt. Oskar Werner spielt den Montag auf eine so anrührende Weise, daß einem ganz warm ums Herz wird. Schon sein schlicht-naives Gesicht prädestiniert ihn geradezu für diese Rolle. Wunderbar ihn beim Entdecken von Büchern und vor allem des Zaubers der Literatur zu beobachten.

Aber auch die Bilder, die Truffaut für diesen eigentlich so bedrückenden Stoff findet, sind ganz groß. Sie bleiben hängen und das für lange Zeit. Das Grauen dieser total kontrollierten und „sicheren“ Gesellschaft vermittelt sich dabei nicht ad hoc sondern so langsam und schleichend wie Montags Hinwendung zur Literatur. Am Beeindruckendsten aber ist die Szene am Ende des Films, in der Montag nach seiner Flucht vor den Autoritäten die Kommune der „lebenden Bücher“ erkundet, der Menschen also, die Bücher komplett auswendig lernen, um sie für die Nachwelt zu bewahren. Diese Szene rührt mich jedesmal zu Tränen (sogar jetzt wo ich nur daran denke).

Wer also diesen Film noch nicht gesehen hat, der sollte das schleunigst nachholen!

Nachtrag: Gerade habe ich mir die DVD-Hülle noch einmal angeschaut und dabei Wim Wenders Rezension/Gedanken zu „Fahrenheit 451“ gelesen. Und dieser große Regisseur hat im Grunde genau das selbe wie ich geschrieben. Jetzt sitze ich da mit einem ganz breiten Grinsen. Schön …

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