Frühstück bei Tiffany

Eigentlich würde hier jetzt mein Fazit zur SZ-Bibliothek stehen. Aber genau wie bei der SZ-Cinemathek setzt die Süddeutsche auch diese Reihe fort. Ich darf mich also auf 50 weitere Bände faszinierender Literatur freuen. Und es geht schon gut los:

Frühstück bei Tiffany von Truman Capote

Frühstück bei Tiffany von Truman Capote

„Bei all ihrer schicken Magerkeit, strahlte sie eine Haferflocken-Gesundheit aus, eine Seifen- und Zitronen-Reinlichkeit, und auf ihren Wangen lag eine raue Röte. Sie hatte einen großen Mund und eine Stupsnase. Eine Sonnenbrille verbarg ihre Augen. Es war ein Gesicht, das nicht mehr ganz in der Kindheit zuhause war und schon einer Frau gehörte.“ So beschreibt Truman Capote seine unsterbliche Heldin Holly Golightly. Die fast Neunzehnjährige, die voller Lebenshunger vom Land in die große Stadt ausgerissen ist, hat nichts außer ihrer Erscheinung und ihrer Ausstrahlung, die sie befähigt, mit Männern zu spielen und sich gewissermaßen aushalten zu lassen. Manchmal befällt sie, die im Partytrubel von New York so unschuldig glänzen kann, aber das „rote Elend“, Katzenjammer und Weltschmerz, Angst und Verlorenheit, spürt sie innere Leere und Einsamkeit. Dann hilft nichts anderes mehr, als auf die Fifth Avenue zu Tiffany zu fliehen, dem berühmten Juwelier. Der Schimmer der Diamanten beruhigt Holly und gibt ihr die Sicherheit zurück, im New York zu Beginn der 40er Jahre zu bestehen. Ihr Nachbar, ein junger Schriftsteller, beobachtet ihr krauses Leben, er liebt ihre Schlagfertigkeit, ihre originelle, von Fremdwörtern gespickte Sprache, ihre Lust am witzig parlierenden Dialog. Manchmal aber spielt sie Lieder, „bei denen man sich fragte, wo sie die gelernt hatte … rauhzärtliche, umherirrende Melodien mit Worten, die nach Südstaatennadelwäldern oder der Prärie schmeckten.“ Eines Tages ist sie weg, übrig bleibt nur ihr namenloser Kater, auf dessen Suche sich der Erzähler begibt …

Natürlich habe ich „Frühstück bei Tiffany“ schon längst im amerikanischen Original gelesen und kann das auch jedem nur empfehlen, zumal in diesem Buch die drei Kurzgeschichten fehlen, die normalerweise mit „Frühstück bei Tiffany“ zusammen veröffentlicht werden. Truman Capote ist ein Meister der Worte und am besten liest man diese Worte in seiner Sprache!

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