Brazil

Brazil von Terry Gilliam

Brazil von Terry Gilliam

Sam Lowry (Jonathan Pryce) ist ein kleiner Beamter in einem totalitären Staat. Anstatt einen Regimegegner (Robert De Niro) aufzuspüren, hängt er jedoch lieber seinen phantastischen Tagträumen nach, in denen er als einsamer Held gegen Ungeheuer kämpft. Eines Tages sorgt ein zerquetschter Käfer auf der Fahndungsliste dafür, daß ein Unschuldiger von den Sicherheitskräften liquidiert wird. Als Sam den Irrtum entdeckt, beginnt er, seine Träume auszuleben und gerät ebenfalls auf die Abschußliste …

„Brazil“ ist eine absurde Geschichte wie sie sich nur Terry Gilliam ausdenken konnte. Die Welt, die er hier geschaffen hat ist vollkommen schräg und dabei doch in sich volllkommen logisch.

Sam Lowry ist eben nur ein kleines Rädchen in einer extrem bürokratisierten Welt. Selbst Installateure müssen diverse Formulare ausfüllen, um eine Reparatur durchführen zu dürfen. Das nicht tun zu wollen und einfach schwarz zu arbeiten ist ein terroristischer Akt, dessen sich der leicht anarchistische Tuttle (herrlich in der Rolle: Robert de Niro) schuldig macht. Ein Fleck auf der Fahnungsliste macht aus Tuttle Buttle und so verhaftet, foltert und tötet das Regime einen unschuldigen Familienvater statt des aufständigen Handwerkers.

Lowrys Verhängnis besteht dann aus drei ganz unschuldigen Dingen: Er versucht den Hinterbliebenen von Buttle eine Entschädigung zukommen zu lassen, Tuttle repariert seine Klimaanlage und er verliebt sich in die Nachbarin der Buttles, die er beschützen möchte. Es ist nur logisch und folgerichtig innerhalb dieser Welt, daß dadurch die Obrigkeit auf ihn aufmerksam wird, und gleichzeitig ist es ungeheuer absurd. Es ist nicht nur unser Blick, der diese Absurdität entlarvt, auch Lowry hat noch nicht ganz das Denken verlernt und wundert sich immer wieder über seine Umgebung. Seine fassungslosen Bemerkungen, die von seinen Mitmenschen einfach übergangen werden, machen ihn zu einem ungeheuer sympathischen Antihelden.

„Brazil“ ist ein Film, der vor allem durch seine alptraumhaften Bilder in Erinnerung bleibt. Gilliam geht in die Vollen, er übertreibt ohne Ende. Und gerade dadurch etabliert er seine Welt umso nachdrücklicher.

Sollte man gesehen haben!

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