Der wunderbare Massenselbstmord

Der wunderbare Massenselbstmord von Arto Paasilinna

Der wunderbare Massenselbstmord von Arto Paasilinna

„Denkst du an Selbstmord? Du bist nicht allein!“ So lautet ein ungewöhnlicher Anzeigentext, der auf überraschend heftiges Interesse stößt. Niemals hätte der gescheiterte Unternehmer Onni Rellonen mit der Existenz so vieler Gleichgesinnter gerechnet, als er beschliest, seinem Leben ein Ende zu setzen. Aus einem zunächst vagen Vorhaben entwickelt sich ein konkreter Plan: Ein Bus wird gechartert, um an einsamer Stelle gemeinschaftlich das Leben zu beenden. Am verabredeten Tag besteigen die unternehmungslustigen Selbstmordkandidaten schließlich guten Mutes das gemietete Gefährt – und starten ihre einzigartige Reise ohne Wiederkehr …

Als dieses Buch bei BookCrossing als Ring angeboten wurde, mußte ich natürlich gleich zuschlagen. Das klang so schräg, das wollte ich unbedingt lesen! Und ich habe es auf keinen Fall bereut.

Allein Arto Paasilinnas extrem lakonischer Schreibstil hat mich immer wieder zu regelrechten Lachanfällen getrieben. Wenn irgendjemand einen staubtrockenen Humor hat, dann sind das die Skandinavier. Einfach brilliant wie er in knappsten Sätzen und mit scheinbar banalen Bemerkungen aus tragischen Situationen schreiend komische macht.

Und komisch ist „Der wunderbare Massenselbstmord“, auch wenn es mit zwei Selbstmordversuchen beginnt und mit nicht nur einem Toten endet. Dazwischen aber erleben die finnischen Selbstmordkandidaten (die sich schon bald als „Anonyme Sterbliche“ organisieren) herrlich absurde Abenteuer auf der wohl ungewöhnlichsten Reise quer durch Europa. Egal ob sie vergeblich versuchen, sich im Nordmeer zu ertränken, ob sie sich mit deutschen Hooligans prügeln oder mit schweizerischen Drogenabhängigen auseinandersetzen, immer sind sie wunderbar höflich, wunderbar direkt und wunderbar … finnisch.

Meine Lieblingsstellen sind die, an denen die Selbstmörder auf ihrer Reise Staudämme, Burgen usw. besichtigen. Unter welch speziellen Gesichtspunkten sie die vor allem betrachten und warum sich schlußendlich doch nicht alle irgendwo hinab stürzen, das liest man am besten selbst!

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