Die drei Tage des Condor

Die drei Tage des Condor von Sydney Pollack

Die drei Tage des Condor von Sydney Pollack

Ein unauffälliges Büro der „Amerikanischen Gesellschaft für Literaturgeschichte“ in Manhattan – Tarnung für eine perfekt funktionierende, hochtechnisierte Organisation des CIA. Hier werden weltweit Nachrichten gesammelt, die über Krieg oder Frieden entscheiden. Agent Joe Turner kommt von der Mittagspause zurück und findet ein Massaker vor: Alle Kollegen liegen erschossen am Boden. Sofort gibt er unter seinem Decknamen „Condor“ Meldung an die Zentrale – und entgeht kurz darauf nur knapp einem Anschlag. Zudem ist er der einzige Tatverdächtige.

„Die drei Tage des Condor“ ist einer meiner liebsten Thriller. Und das gleich in vielfacher Hinsicht.

Zum einen sind natürlich die Schauspieler absolut topp. Robert Redford ist (wie immer) extraklasse, Faye Dunaway lebt die Rolle der depressiven Photographin geradezu. Und Max von Sydow … wow! Der Film wäre ohne ihn nur halb so gut!

Die Geschichte selbst ist natürlich auch nicht ohne. Allein die Idee, einen Wissenschaftler, der nichts weiter tut als Bücher zu lesen und seltsame Theorien zu spinnen (heute würde man das wohl als Geek bezeichnen), mit einer solchen Situation zu konfrontieren. Daß der dann auch noch in der Lage ist, das irgendwann einmal Gelesene ohne vorher geübt zu haben in die Praxis umzusetzen ist zwar nicht sonderlich realistisch, aber ohne Zweifel unterhaltsam. Schön ist auch, daß man als Zuschauer selbst auch nicht weiß, was eigentlich passiert ist, bzw. erst nach und nach dahinter kommt.

Aber wirklich genial ist die Art und Weise, wie „Die drei Tage des Condor“ in Szene gesetzt wurde. Wie die Bilder der Photographin ist auch der ganze Film … kalt. Es ist Winter, alle sind allein, isoliert, karge Einstellungen, bleiche und kühle Farben … Dem gegenüber stehen die warmen und anheimelnden „Schutzräume“ der „Amerikanischen Gesellschaft für Literaturgeschichte“, in die sich der Protagonist gerne wieder flüchten möchte. Aber diese heile Realität ist für ihn vorbei … vielleicht für immer. Denn auch das Ende dieses Films ist schlicht genial.

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