Fitzcarraldo

Fitzcarraldo von Werner Herzog

Fitzcarraldo von Werner Herzog

Iquitos um die Jahrhundertwende: Ein Haufen verrotteter Bretterbuden auf schlammigem Boden, bevölkert von nackten Kindern und Schweinen. In dieser grotesken Urwald-Szenerie träumt Brian Sweeney Fitzcarraldo, genannt Fitzcarraldo (Klaus Kinski), von abendländischer Kultur und von großer Oper. Er ist besessen von der Vorstellung, inmitten des Amazonasurwalds Verdi zelebrieren zu lassen. Dafür braucht er Geld, und deshalb muß ein gewaltiger Dampfer über den Berg geschleppt werden, von einem Fluß in einen anderen, um einen durch Stromschnellen unpassierbaren Teil zu umgehen und dadurch zu einem noch nicht ausgebeuteten Kautschukfeld zu gelangen.

Einen Film wie „Fitzcarraldo“ kann wohl nur Werner Herzog machen! Allein schon diese Plotidee … absolut abgefahren.

Dieser Film lebt für mich von zwei Dingen: Dem Zusammenspiel von Musik und Bild, und natürlich von Klaus Kinsik als Fitzcarraldo. In gewohnt genialer Weise spielt Kinsik diesen bis an den Wahnsinn von seiner Idee besessenen und getriebenen Mann. Egal ob er von Caruso schwärmt, ob er eifrig seine neumodischen Erfindungen propagiert oder einfach nur mit den Indios interagiert: immer ist Kinskis Interpretation von fast schmerzhafter Intensität.

Dazu schafft Herzog Bilder, die man nicht mehr vergessen kann: Fitzcarraldo, der sich die Hände blutig rudert, um einmal Caruso live singen zu hören. Der unglaubliche Dreck des heruntergekommenen kleinen Kaffs. Und dann natürlich die vielen Szenen während der großen Schiffsreise. Davon ist mit Abstand die beeindruckendste Sequenz diejenige, in der das Schiff zu Opernklängen einen gewaltigen Berg hinauf gezogen wird.

Definitiv sehenswert!

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