Der Partyschreck

Der Partyschreck von Blake Edwards

Der Partyschreck von Blake Edwards

Der tollpatschige indische Statist Hrundi V. Bakshi (Sellers) sprengt aus Versehen eine monumentale Filmkulisse in die Luft. Schnaubend vor Wut ordnet der Regisseur an, den Katastrophenschauspieler auf die „Schwarze Liste“ zu setzen. Durch einen Schreibfehler landet Bakshi jedoch auf der „A-Liste“ – und wird prompt zur pompösen Party der Studiobosse eingeladen. Was für eine Chance, die Hollywoodbonzen von seinem Talent zu überzeugen! Das tut Bakshi buchstäblich mit durchschlagendem Erfolg: Je später der Abend, desto mehr gleicht die Nobelvilla einem Schlachtfeld – verwüstet von Lachsalven und Gagkanonaden!

Wer glaubt, Peter Sellers wäre in „Der rosarote Panther“ überwältigend komisch, der hat noch nie „Der Partyschreck“ gesehen. Definitiv der beste Film, den Blake Edwards und Peter Sellers jemals zusammen gemacht haben.

Sellers ist ein Meister des Slapstik. Er spielt seinen Charakter mit einer ungeheuer sympathischen Würde und dabei so ausdrucksstark, daß man immer wieder fast vom Sessel kippt vor Lachen. Allein Sellers Gesichtsausdruck ist zum Schreien komisch! Ich glaube, kein anderer Komiker hat es je geschafft, daß man sich vor Lachen wegwirft, während er lediglich dabei zusieht, wie sich eine Rolle Toilettenpapier abrollt. Ganz große Klasse!

Aber auch die übrigen Schauspieler und Charaktere sind spitze. Vom sturzbetrunkenen Kellner (der dafür vom Oberkellner immer gewürgt wird), über den großspurigen Westerndarsteller und seine ständig essende italienische Freundin, bis hin zur Band, die während all des Chaos ruhig und ohne mit der Wimper zu zucken weiterspielt … jeder einzeln und alle im Zusammenspiel sind ungeheuer komisch.

Die wirkliche Meisterschaft des Filmes aber liegt darin, daß er einen zwar überzogenen aber dennoch scharfen Blick auf die High Society von Hollywood wirft. Allein Bakshi dabei zu beobachten wie er (als einziger farbiger Gast) sich bemüht, bei dieser Party dazuzugehören, mit den Leuten zu sprechen, freundlich zu sein … ist so schmerzhaft wie komisch. Dieser Charakter ist sympathisch, sanftmütig, liebenswert und doch läßt man ihn deutlich spüren, daß er nicht dazu gehört. Nur aus diesem Außenseitertum, aus Langeweile und weil ihn niemand unter seine Fittiche nimmt, passieren ihm all die kleinen Mißgeschicke, die schließlich zum Chaos und zur Katastrophe führen. Umso schöner, daß ausgerechnet dieser kleine Verlierer am Ende alles gewinnt und die Bonzen vieles verlieren.

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