Wächter der Nacht

Wächter der Nacht von Sergej Lukianenko

Wächter der Nacht von Sergej Lukianenko

Vampire, Gestaltwandler, Hexen, Magier – seit ewigen Zeiten leben die sogenannten „Anderen“ unerkannt in unserer Mitte. Und seit ewigen Zeiten stehen sich die Mächte des Lichts und die Mächte der Finsternis unversöhnlich gegenüber, zurückgehalten nur durch einen vor Jahren geschlossenen Waffenstillstand. Zwei Organisationen – den „Wächtern der Nacht“ und den „Wächtern des Tages“ – obliegt es, das empfindliche Gleichgewicht der Kräfte aufrecht zu erhalten. Doch nun droht dieses Gleichgewicht zu kippen und die Welt ins Chaos zu stürzen …

Sergej Lukianenkos Kultroman „Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor“ – eine einzigartige Kombination aus Fantasy und Horror, die die Vorlage für den erfolgreichsten russischen Film aller Zeiten lieferte.

Ich habe in meinem Leben schon eine Menge Fantasy gelesen. Das bedeutet nicht, daß ich Fantasy mag. Mittlerweile bin ich nämlich ziemlich anspruchsvoll geworden, was das angeht.

Neben den Büchern von Neil Gaiman und Terry Pratchett ist „Wächter der Nacht“ wohl das beste Fantasybuch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Sergej Lukianenko hat hier ein Universum geschaffen, das so glaubhaft wie originell wie spannend ist. Und noch dazu ist es ganz wunderbar russisch! Weiße Magier, die sich zusammen auf eine Datsche zurückziehen und sich vorsätzlich gemeinsam betrinken … die muß man doch einfach gern haben!

Vor allem aber gefällt mir, daß Lukianenko seinen Hauptfokus nicht auf das tatsächliche magische Geschehen gelegt hat. Diese Aussage jetzt aber bitte nicht falsch verstehen, das magische Geschehen ist klasse gemacht. Die Idee zum Beispiel, daß Flüche (selbst wenn sie gar nicht so gemeint sind oder nur im Eifer des Gefechts ausgesprochen wurden) noch stunden- und tagelang als schwarze Wolken über den Köpfen der Verfluchten schweben und denen das Leben schwer machen, ist grandios. Auch die Darstellung der Anderen, Lichten wie Hellen, und ihrer Fähigkeiten ist durchdacht und originell. Aber für mich machen eher die Intrigen und die Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen das Buch aus. So mächtig diese Magier teilweise sind, so lange sie auch schon gelebt haben, für die Liebe riskieren sie alles (mit Vorliebe aber ihre eigenen Leute).

Ich muß mir auf alle Fälle demnächst einmal die Verfilmung von „Wächter der Nacht“ ausleihen. Am besten natürlich in der originalen, russischen Fassung, bevor die amerikanischen Cutter den Film auf das Verständnisniveau der USA zurechtgeschnitten haben.

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