Das Flüstern der Toten

Das Flüstern der Toten von Stephen Woodworth

Das Flüstern der Toten von Stephen Woodworth

Die Polizei nennt sie die „Violetten“, denn sie haben eine besondere Gabe: Sie können Mörder mit ihren violetten Augen am Gesicht erkennen. Weltweit gibt es nur etwas über zweihundert von ihnen. Doch jetzt hat sich ein Mörder mit Maske zum Ziel gesetzt, sie alle auszulöschen.

Toll, mal wieder ein Klappentext, der so bescheuert ist, daß man seinen Autoren dafür eigentlich erschießen müßte. Darin stimmt so gut wie nichts … außer daß ein Mörder mit einer Maske Leute mit violetten Augen tötet. Worum aber geht es wirklich?

Stephen Woodworth erschafft in seinem Erstling „Das Flüstern der Toten“ ein Universum, das dem unseren sehr ähnlich ist. Mit einer Ausnahme: In seiner Welt gibt es Leute mit violetten Augen, die alle die besondere Fähigkeit gemeinsam haben, Tote in ihren Körper „channeln“ zu können. Wie die Loas beim Voodoo können die Geister der Toten die Körper der „Violetten“ übernehmen und mit deren Stimme sprechen. So kann man sie zum Beispiel bei Gerichtsverhandlungen als Zeugen verhören.

Sehr geschickt etabliert der Autor dabei sein Setting, indem er gleich zu Beginn seine beiden Protagonisten (den FBI-Agenten Dan Atwater und die Violette Nathalie Lindstrom) bei einem Prozeß zeigt, in dem die Ermordete selbst durch den Körper von Natalie zu den Geschworenen spricht. Der Vorgang, mit dem die violettäugigen Medien in Kontakt zu den Toten treten, wird dabei ausführlich geschildert und dadurch ganz nebenbei technische Gerätschaften und die „Nordamerikanische Gesellschaft für Jenseitskommunikation“ eingeführt, die im weiteren Verlauf des Buchs noch wichtig werden.

Ja, der Autor beherrscht sein Handwerk. Aber nicht nur das! „Das Flüstern der Toten“ ist zudem noch ein spannender Krimi und eine interessante Liebesgeschichte. Immer wieder schafft es das Buch, dem Leser vorzugaukeln, altbekannte Klischees zu verwenden, nur um sie im nächsten Augenblick zu durchbrechen. Gerade das Ende hätte man zum Beispiel so nicht erwartet. Kein überragendes Meisterwerk, aber durchaus gute Unterhaltung.

Ich werde auf alle Fälle auch nach den nächsten Bänden über die Violetten Ausschau halten.

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