Wilde Erdbeeren

Wilde Erdbeeren von Ingmar Bergmann

Wilde Erdbeeren von Ingmar Bergmann

Der berühmte 78-jährige Bakteriologe Isak Borg soll an der südschwedischen Universität Lund zum 50. Jahrestag seiner Promotion geehrt werden. Kurz vor seiner Abreise hat er einen aufwühlenden Alptraum und sieht sich mit seinem eigenen Tod konfrontiert. Morgens darauf fährt er mit seiner Schwiegertochter Marianne nach Lund. Die Reise wird zu einem ernüchternden Trip in die Vergangenheit. Wehmütig zieht er sich in Tagträume und Erinnerungen zurück und stellt fest, daß er viele Jahre seines Lebens durch seine Herzenskälte verschenkt hat. Er beschließt, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben …

„Wilde Erdbeeren“ ist ein ungeheuer charmanter, stiller und beschaulicher Film. Ingmar Bergmann entfaltet hier seine ganze Meisterschaft!

In ruhigen schwarz-weiß Bildern wird die Reise von Isak Borg und seiner Schwiegertochter dargestellt. Ein Roadmovie, wenn man so will, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn dieser Film schildert nicht nur eine Fahrt mit dem Auto durch Schweden, mitsamt der verschiedenen Begegnungen (guten wie schlechten). Isak Borg unternimmt auch eine Reise in seine Vergangenheit, wo er Gelegenheit hat, noch einmal wichtige Entscheidungen und Ereignisse seines Lebens Revue passieren zu lassen.

Mit jeder Begegnung, innerlich wie äußerlich, wird der alte Mann spürbar milder, gelassener, ja fast schon heiter. Als er in Lund ankommt, ist er ein anderer geworden. Aber auch seine Schwiegertochter Marianne (von Ingrid Thulin angenehm stark und sensibel portraitiert) hat sich durch diese Reise verändert, sie hat eine Entscheidung getroffen, die ihr Leben verändern wird (und es ist nicht die Entscheidung, die der Zuschauer zunächst erwartet).

Die harmonischen und wunderschönen Bilder, die Bergman sowohl für die äußere Reise als auch für Isak Borgs (Alp-)Träume findet, die fast edle Ruhe, die viele der Szenen prägt, die Schönheit und Würde der Schauspieler (jung wie alt), all das macht „Wilde Erdbeeren“ zu einem Filmvergnügen der besonderen Art. Ein Film, den man einfach gesehen haben muß (wie eigentlich alles von Bergman), schon allein, weil er das moderne Kino wie vielleicht kein anderer geprägt hat.

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