Persepolis – Jugendjahre

Persepolis - Jugendjahre von Marjane Satrapi

Persepolis – Jugendjahre von Marjane Satrapi

Nachdem ich von Marjane Satrapis „Persepolis – Eine Kindheit im Iran“ schon so begeistert war, mußte ich unbedingt auch den zweiten Teil ihrer Comic-Biographie lesen. In „Persepolis – Jugendjahre“ zeichnet die Autorin ihr Exil in Wien auf, ihre verzweifelte Rückkehr in den Iran, nur um wieder auszureisen.

Ja, „Persepolis – Jugendjahre“ sind im Prinzip die Aufzeichnungen einer Heimatlosen. Einmal in Wien angekommen ist Satrapi zunächst noch nicht einmal der Sprache mächtig und als sie sie schließlich beherrscht, ringt sie immer wieder damit, daß niemand verstehen kann, was sie erlebt hat. Im friedlich-gemütlichen Österreich haben die Jugendlichen keine Ahnung davon, was Revolution, Krieg, Terror und Exil bedeuten. Sie scheitert (unweigerlich) und zerbricht fast an sich, an ihrer Einsamkeit und ihrem Heimweh.

Also kehrt sie zurück in den Iran, nur um dort auch nicht so recht heimisch zu werden. Zwar versucht sie alte Beziehungen neu zu knüpfen, beginnt zu studieren und verheiratet sich schließlich sogar. Die Zwänge und die Schizophrenie zwischen privatem und öffentlichem Leben unter dem Mullah-Regime werden ihr als ehemals Außenstehende aber noch stärker bewußt als ihren Freunden und Bekannten. Und so scheitert sie auch hier, allerdings bedeutet in diesem Fall Scheitern vor allem Erwachsen werden. Satrapi verläßt erneut das Land, diesmal aber aus eigener Entscheidung als freie und erwachsene Frau.

Wieder schildert die Autorin ihr Leben in schlichten schwarz-weiß Comics, die nichtsdestotrotz äußerst beeindruckend sind. Passend dazu der lakonische Tonfall jenseits jeden Selbstmitleids. Einige Episoden bleiben besonders tief im Gedächtnis, etwa wie das junge Mädchen in Wien weiterhin mit Gott spricht, oder wie sie im Iran im Ideologietest (den man bestehen muß, um studieren zu können) zu dem Prüfer absolut ehrlich ist, was den tief beeindruckt. (Ihr Kommentar: „Ich war auf einen wirklich religiösen Mann getroffen.“)

Dieser zweite Band von Marjane Satrapis Erinnerungen ist mindestens so gut wie der erste und absolut zu empfehlen. Ich hoffe, wir werden auch noch einen dritten Band dieser wunderbaren Biographie sehen!

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