Heat

Heat von Michael Mann
Heat von Michael Mann

Er arbeitet genial, eiskalt und präzise: Neil McCauly – ein Profigangster, Boß einer straff organisierten Bande. Vincent Hanna ist ein fanatischer Cop, ein Profi ohne Illusionen. In den Straßenschluchten von L.A. prallen die beiden aufeinander: Und nur einer kann das Duell überleben …

Oscarpreisträger Al Pacino und Robert De Niro stehen in diesem perfekten Hochspannungsthriller erstmals gemeinsam vor der Kamera.

„Heat“ ist ein großartiger Film und das gleich aus drei Gründen:

Zum einen ist die Story natürlich klasse. Die beiden Gruppen, Gangster und Polizisten, spiegeln sich auf fast schon unheimliche Weise (teilweise bis hin zu den Namen, wie mir aufgefallen ist). Michael Mann entwickelt ihre Geschichte auf fast schon bedächtige, meditative Weise, immer wieder unterbrochen von explosiven Action-Sequenzen.

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Persepolis – Jugendjahre

Persepolis - Jugendjahre von Marjane Satrapi
Persepolis – Jugendjahre von Marjane Satrapi

Nachdem ich von Marjane Satrapis „Persepolis – Eine Kindheit im Iran“ schon so begeistert war, mußte ich unbedingt auch den zweiten Teil ihrer Comic-Biographie lesen. In „Persepolis – Jugendjahre“ zeichnet die Autorin ihr Exil in Wien auf, ihre verzweifelte Rückkehr in den Iran, nur um wieder auszureisen.

Ja, „Persepolis – Jugendjahre“ sind im Prinzip die Aufzeichnungen einer Heimatlosen. Einmal in Wien angekommen ist Satrapi zunächst noch nicht einmal der Sprache mächtig und als sie sie schließlich beherrscht, ringt sie immer wieder damit, daß niemand verstehen kann, was sie erlebt hat. Im friedlich-gemütlichen Österreich haben die Jugendlichen keine Ahnung davon, was Revolution, Krieg, Terror und Exil bedeuten. Sie scheitert (unweigerlich) und zerbricht fast an sich, an ihrer Einsamkeit und ihrem Heimweh.

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Traumpfade

Traumpfade von Bruce Chatwin
Traumpfade von Bruce Chatwin

Sein Leben lang träumte der zivilisationsmüde Bruce Chatwin von den Nomaden, in Alice Springs begegnet er endlich einem von ihnen. Der Russe Arkady Wolsckok ist allerdings Akademiker, stammt aber von nomadischen Kosaken ab und findet deshalb nirgends Ruhe. Durch Java, Indien, Afghanistan, Israel und die Länder Europas ist er gereist, doch jetzt hat er beschlossen, dem industrialisierten Westen endgültig zu entsagen und lieber die Weisheit der austraalischen Ureinwohner zu ergründen, der Aborigines. Dafür gibt er alles andere auf, Frau, Haus, Heimat, denn den Uraustraliern droht höchste Gefahr. Auch wenn sie bisher einigermaßen unbehelligt leben, so können es die Abgesandten der Zivilisation kaum erwarten, sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben, weil sie die Bodenschätze dort endlich ausbeuten wollen. Dabei drohen die „Songlines“ zerstört zu werden, die Traumpfade, auf denen schon ihre Vorfahren dahinzogen, um mit ihrem Gesang die Welt zu erschaffen. Immer wieder muß auf diesen labyrinthischen Pfaden gewandert, muß die Natur von neuem besungen werden, denn sonst, so lautet die Überlieferung, droht der Welt und ihrer Schönheit das Ende.

Bruce Chatwins „Traumpfade“ bilden eine einzigartige Enzyklopädie der Unstetigkeit. Sie fassen das ganze Glück, das ganze Unglück des Reisens.

„Traumpfade“ ist nicht so sehr ein Roman, als mehr eine Mischung aus Tagebuchaufzeichnungen und Notizen, die in eine erzählerische Form gegossen wurden. Bruce Chatwin erzählt schlicht aus seinem Leben, von seinen Erlebnissen, von seinen Reisen (und maaaan, ist der Typ gereist!).

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Die Weisen Frauen

Die Weisen Frauen von Sergius Golowin
Die Weisen Frauen von Sergius Golowin

Heute endlich erkennt man, welche Schätze in den uralten Überlieferungen und Sagen um die „Weisen Frauen“ verborgen sind! In der beginnenden Neuzeit auf grausamste Weise verfolgt, kirchlichen Tribunalen und der Verbrennung schutzlos ausgeliefert, waren die als Hexen beschimpften und verleumdeten Frauen in Wahrheit die Bewahrerinnen tief verwurzelter Stammestraditionen und der Naturheilkunde. Sie waren geprägt von einem ganzheitlichen Verständnis für die Zusammenhänge der Natur, wußten um den Einfluß der Gestirne auf das Leben und waren mit den Wirkungen der wundersamsten Kräutermischungen vertraut.

Ich bin ein wenig zwiegespalten, was „Die Weisen Frauen“ angeht. Der erste Teil des Buches will nämlich zu den beiden folgenden Teilen nicht so recht passen (und es stellt sich auch heraus, daß im ersten Teil Essays des Autors zusammengefaßt sind, die deutlich vor dem Buch entstanden). Qualitativ ist das ganze ein Unterschied wie Tag und Nacht.

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