Die Botschaft des Vampirs

Die Botschaft des Vampirs von Tom Holland

Die Botschaft des Vampirs von Tom Holland

„Die Botschaft des Vampirs“ soll nun also der letzte Teil der Vampir-Trilogie von Tom Holland sein. Naja … irgendwie ist es ein weiteres Buch über Vampire von Tom Holland, aber ein Abschluß ist es nicht. Tatsächlich beleuchtet das Buch die Vergangenheit einiger Nebenfiguren des ersten Bands „Der Vampir“, während es mit dem zweiten Band „Das Erbe des Vampirs“ rein gar nichts zu tun hat:

England im 17. Jahrhundert. Die schöne Helen nimmt den mit mysteriösen Wunden übersäten Robert zu sich und pflegt ihn gesund. Der Junge hat beim Kampf mit satanischen Mächten seine Eltern verloren, und mit der Genesung wächst in ihm der Wunsch nach Rache …

Allzu schnell wächst dieser Wunsch aber nicht, obwohl im Buch immer wieder betont wird, wie sehr sich Robert nach Rache sehnt. Vor allem läßt er sich damit nämlich extrem viel Zeit, und das ist auch das, was ich dem Buch am meisten ankreide: es ist zu lang. Oder, um es genauer zu sagen, es erzählt mehrere Geschichten hintereinander, ohne groß Spannung aufkommen zu lassen.

Am interessantesten ist noch der Beginn, in dem Roberts Vater mysteriöse, satanistische Morde aufzuklären versucht. Hier wird schön und fast lovecraftianisch Grauen und Spannung aufgebaut. Sobald das Böse aber erst einmal beschworen ist, wird die Sache ziemlich langweilig.

Um dann doch noch ein bißchen was an Action in die Handlung zu bekommen, fährt Holland alles auf, was ihm gerade so unter die Finger kommt. Natürlich zunächst einmal berühmte Schriftsteller als handelnde Personen (Marlowe, Milton und den Earl of Rochester), dann alle möglichen okkulten Dinge und Personen, angefangen von Menschenopfern, über Rabbi Löw und seinen Golem, Dämonen, Engel, bis hin zu indianischen Geistreisen! Ein bißchen zu viel des Guten für meinen Geschmack.

Die Entwicklung der Hauptperson innerhalb des Romans ist für mich zudem absolut nicht nachzuvollziehen. Puritaner, Libertin, dann eventuell doch wieder ein moralischer und mitfühlender Mensch, dann die Geistreise und schwupp: ein grausamer, machtbesessener Kerl. Daß der von seinen vampirischen Freunden Lovelace genannt wird, schließlich selbst zum Vampir wird, und damit wohl der Lovelace ist, dem Lord Byron im ersten Band der Trilogie begegnet … eigentlich unbegreiflich! Denn die Charakterzeichnung Roberts läßt das nicht vermuten.

Daß die Pest, der große Brand von London und der mysteriöse Pascha aus „Der Vampir“ ebenfalls in „Die Botschaft des Vampirs“ vorkommen, das macht das Buch auch nicht besser … Alles in allem ein extrem seltsamer und extrem unbefriedigender Abschluß einer Trilogie.

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