Das Erbe des Vampirs

Das Erbe des Vampirs von Tom Holland

Das Erbe des Vampirs von Tom Holland

London 1888. Die Suche nach einem verschwundenen Minister führt den brillanten Mediziner und Amateurdetektiv Dr. John Eliot nicht nur vom eleganten Westend bis in die verrufensten Ecken der nebelverhangenen Metropole, sondern auch an die Grenzen seines eigenen Verstandes – und darüber hinaus. Denn was zunächst nur ein Egebruch zu sein schien, entpuppt sich bald als Fall, in dem jedes gelöste Rätsel nur neue und immer haarsträubendere Mysterien enthüllt. Und letztlich führen alle Spuren ins geheimnisvolle Himalaja-Königreich Kalikschutra und zu der ebenso unwiderstehlichen wie tödlichen Lilah und ihrem gespenstischen Zauberschloß mitten in den Londoner Slums …

Wie schon in „Der Vampir“ bedient sich Tom Holland auch bei „Das Erbe des Vampirs“, dem zweiten Teil seiner Reihe um Lord Byron, wieder fröhlich bei literarischen Vorbildern. Dieses Mal erinnern sowohl die Handlung als auch der Stil des Buches sehr an Bram Stokers „Dracula“. Aber auch historische Gestalten wie Arthur Conan Doyle, Oscar Wilde oder Jack the Ripper treten auf.

Wobei ich davon ausgehe, daß „Das Erbe des Vampirs“ weniger als ein Plagiat und mehr als eine Hommage an Stokers berühmten Vampirroman verstanden werden sollte. Denn auch Mr Stoker ist eine der handelnden Figuren in Hollands Roman und wird durch seine Erlebnisse in dieser Geschichte dazu angeregt, einen Roman zu schreiben, den er am Ende von „Das Erbe des Vampirs“ seinem Vorbild für Dr. Van Helsing zur Durchsicht zugeschickt hat. Eine amüsante kleine Spielerei, die Holland sich da geleistet hat, zumal er den Stil und Tonfall der Zeit wirklich ausgezeichnet trifft.

Und auch dieses Mal schafft er es wieder, eine spannende Geschichte zu erzählen, die ihren Reiz (ähnlich wie Stokers Roman oder die Werke von Lovecraft) vor allem aus dem Aufeinandertreffen von rationaler Logik und uralten geheimen Mythen zieht. So versucht Dr. Eliot den Vampirismus wie eine Blutkrankheit zu untersuchen (und auch zu behandeln). Gleichzeitig treffen er und seine Freunde nicht nur auf Vampire, sondern auf Wesen, die sich völlig jeglicher Erklärung entziehen.

Für mich persönlich kommt noch dazu, daß sich in „Das Erbe des Vampirs“ viele raffiniert verschachtelte Intrigen finden, die man, wie in einem guten Kriminalroman, erst nach und nach begreift bzw. enthüllt bekommt. Als alter Christie-Fan fand ich dadurch den zweiten Teil der Reihe sogar ein winziges Bißchen besser als den ersten. Und das kann man nur sehr selten über zweite Teile sagen.

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